Lernprobleme? Fette könnten helfen

Kindern mit Problemen beim Lesenlernen oder anderen Lernschwierigkeiten könnten mehrfach ungesättigte Fette helfen. Das ergab eine schwedische Untersuchung an neun- bis zehnjährigen Kindern.


Omega-3- und Omega-6-Fette kommen aus der Nahrung

Bereits seit längerer Zeit bestehen Hinweise auf die nützliche Wirkung von Omega-3- und Omega-6-Fetten auf Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen und Leselernschwierigkeiten. Wissenschaftler der Universität Gothenburg in Schweden bestätigen dies nun mit einer Studie im "The Journal of Child Psychology and Psychiatry". 

Die meisten notwendigen Fette kann der Körper entweder aus anderen Fetten oder Ausgangsstufen bilden. Omega-3- und Omega-6-Fette jedoch sind essenziell und müssen über die Nahrung zugeführt werden. Enthalten sind sie beispielsweise in Fisch, pflanzlichen Ölen, Nüssen, Leinsamen oder Blattgemüse. Die positiven Auswirkungen dieser mehrfach ungesättigten Fettsäuren auf das Lernen und Verhalten ist in den letzten Jahren auf ein immer größer werdendes Interesse gestoßen. Allerdings wären in der modernen Ernährung nur unzureichende Mengen an Omega-3-Fetten enthalten, so die schwedischen Forscher. 

Die Zellmembranen im Gehirn sind zu einem großen Teil aus mehrfach ungesättigten Fetten aufgebaut. Studien deuten darauf hin, dass diese Fette auch für die Signalübertragung zwischen Nerven eine bedeutende Rolle spielen.

Die schwedischen Wissenschaftler untersuchten 129 schwedische Kinder der dritten Klasse. Mit einem computergestützten Test untersuchten sie deren Lesefähigkeiten, das Lesen von Wörtern ohne Sinn und Vokabeln. Anschließend erhielten die Kinder drei Monate lang entweder Kapseln mit Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren oder ein Scheinpräparat mit Palmöl.


Aufmerksamkeitsstörung: Besser lesen mit den richtigen Fetten

Bereits nach diesen drei Monaten hatten sich die Lesefertigkeiten von Kindern mit zusätzlicher Zufuhr ungesättigter Fettsäuren verbessert. Dies zeigte sich vor allem im lauten Lesen von Wörtern ohne Sinn und in der korrekten Betonung. Verbessert war auch das schnelle Lesen ganzer Briefe und die Geschwindigkeit hatte dabei zugenommen.

An der Studie waren nur Kinder mit geringeren Aufmerksamkeitsstörungen beteiligt, Kinder mit diagnostizierter Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) waren nicht darunter. Da jedoch Kinder mit geringerer Störung von den Fettsäuren profitierten, gehen die Forscher davon aus, dass der Nutzen auch bei Kindern mit ADHS nachweisbar sein könnte. Weitere Untersuchungen sollten den Zusammenhang klären.

Quelle: Dr. Julia Hofmann26.09.16Zum AnfangZurück

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