Nahrungsmittelallergie: Eltern selten auch erkrankt

Leiden Kinder an einer Nahrungsmittelallergie, glauben Eltern oftmals, sie selbst müssten auch davon betroffen sein. Das ist aber meistens nicht der Fall, deckt eine Studie auf.


Familiäres Risiko der Nahrungsmittelallergie überschätzt?

Etwa 15 Millionen US-Amerikaner reagieren auf Nahrungsmittel allergisch. Eines von 13 Kindern ist davon betroffen. Haben Geschwister oder Eltern eine Nahrungsmittelallergie, erhöht dies das Risiko für die Allergie leicht. 

Oftmals sind Eltern nahrungsmittelallergischer Kinder offenbar der Meinung, sie müssten auch selbst an einer Nahrungsmittelallergie leiden. Sie schätzen das Erbrisiko möglicherweise als zu hoch sein. Das ergaben die Daten einer familienbasierten Nahrungsmittelallergie-Studie in Chicago. 

Demnach waren nur 28 Prozent der Eltern von Kindern mit Nahrungsmittelallergie, die glaubten auf Nahrungsmittel allergisch sein, tatsächlich allergisch. Das ergaben Allergietests an der Haut. Studienergebnisse wurden in den "Annals of Allergy, Asthma and Immunology" veröffentlicht. Zwar zeigte sich, dass Eltern allergischer Kinder häufiger positiv auf Lebensmittelallergen getestet werden als die Normalbevölkerung, aber dennoch ist die Häufigkeit nicht so hoch wie viele annehmen.


Allergietests an Haut und im Blut nicht immer zuverlässig

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich viele Eltern bislang gar nicht untersuchen ließen, um eine Nahrungsmittelallergie nachzuweisen, und selbst einfach nur davon ausgingen, allergisch zu sein. Möglicherweise hatten auch einige Unverträglichkeitsreaktionen erlebt, die aber nicht mit einer Allergie gleichzusetzen ist, so die Forscher. 

Allergietests an der Haut sowie eine Blutuntersuchung auf spezifische Antikörper gegen Nahrungsmittel sind Standard, aber nicht immer zuverlässig, bemerken die Wissenschaftler.

Die Studienergebnisse zeigen aber auch die Kehrseite der Medaille: Eltern allergischer Kinder, die in der Untersuchung angaben, unter keiner Nahrungsmittelallergie zu leiden, wurden in 14 Prozent der Fälle positiv auf eine Allergie zum Beispiel gegen Erdnüsse, Sesam oder andere Lebensmittel getestet. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann25.10.16Zum AnfangZurück

Quellenangabe für Zitate

Inhalte dieser Webseite dürfen für kommerzielle und nichtkommerzielle Zwecke ohne Rückfragen auszugsweise zitiert werden. Bedingung dafür ist die Einrichtung des folgenden Links als Quelle des Zitates: