Langsameres Gehen durch Medikamente

Nehmen ältere Erwachsene mehr als vier verschiedene Medikamente ein, hat das Einfluss auf die Geschwindigkeit, in der sie gehen. Das ergab jüngst eine Studie der American Geriatrics Society. 


Medikamente nehmen Einfluss auf das Nervensystem

An der Studie nahmen 462 Personen teil, die zum Zeitpunkt der Untersuchungen über 65 Jahre alt waren. Die Forscher teilten sie in zwei Gruppe auf: Probanden der einen Gruppe nahmen weniger als fünf verschiedene Medikamente ein, Probanden der anderen Gruppe mindestens fünf oder mehr. 

Die Teilnehmer sollten eine Strecke von 200 Metern zurücklegen und sich dabei mit einer anderen Person unterhalten. Keiner der Teilnehmer nutzte beim Gehen Hilfsmittel wie Rollatoren oder Gehstöcke. Die Untersucher maßen die Geschwindigkeit, in der die Testpersonen die Strecke zurücklegten. Dabei fiel auf, dass Probanden, die mehr als vier Medikamente einnahmen, signifikant langsamer gingen als Gleichaltrige, die weniger oder keine Arzneimittel zu sich nahmen. Die Forscher schließen daraus, dass die Einnahme vieler Medikamente Einfluss auf die Funktionen des Nervensystems nehmen kann.


Viele Medikamente häufig überflüssig

Neben vom Arzt verschriebenen Medikamenten berücksichtigen die Wissenschaftler in ihrer Studie auch scheinbar harmlose pflanzliche Arzneimittel und Ergänzungsmittel. Viele dieser Präparate hatten keinen nennenswerten medizinischen Nutzen für die Anwender. 

Probanden aus der Gruppe, die mehr als vier Medikamente einnahmen, waren nicht nur langsamer als Gleichaltrige, die weniger Arzneimittel einnahmen. Sie waren in der Vergangenheit auch häufiger gestürzt, litten stärker unter Übergewicht und häufiger an chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzschwäche und Stoffwechselerkrankungen.

Die Wissenschaftler weisen aufgrund ihrer Ergebnisse darauf hin, dass Mediziner ältere Personen bei Arztbesuchen immer nach allen Arzneimitteln fragen sollten, die sie einnehmen, auch wenn es sich nur um scheinbar harmlose Präparate handelte. Außerdem könne eine regelmäßige Bewertung des Gehtempos hilfreich sein.  

Quelle: Dr. Julia Hofmann11.07.17Zum AnfangZurück

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