Speiseröhrenkrebs

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Wissen zu Speiseröhrenkrebs

Bei Speiseröhrenkrebs entwickeln sich meist ausgehend von den Schleimhautzellen der Speiseröhre bösartige Gewebeneubildungen. Die Speiseröhre dient dem Transport der Nahrung vom Mund in den Magen. Nach dem Schluckvorgang wandert die Nahrung durch die schlauchartige Speiseröhre in den Magen. Während im oberen Teil der Speiseröhre an der Schleimhaut Plattenepithelzellen vorkommen, finden sich im unteren Bereich zudem Drüsenzellen.
Aus beiden Zellarten kann Krebs hervorgehen. Entsprechend handelt es sich um Plattenepithelkrebs (Plattenepithelkarzinom) oder Drüsenzellkrebs (Adenokarzinom):
  • Plattenepithelkarzinome kommen mit über 80 Prozent am häufigsten vor.
  • Adenokarzinome sind seltener, nehmen aber in den letzten Jahren an Häufigkeit zu.
Speiseröhrenkrebs kommt insgesamt relativ selten vor. Dabei sind Männer allerdings drei- bis viermal häufiger betroffen als Frauen. Sie erkranken zudem in jüngeren Jahren als Frauen. Das Durchschnittsalter für das Plattenepithelkarzinom beträgt 58 Jahre, das für das Adenokarzinom 63 Jahre.

Ursachen

Für die Entstehung von Speiseröhrenkrebs lassen sich mehrere Risikofaktoren ausmachen:
  • Rauchen
  • Alkoholkonsum
  • Nitrosamine in gepökelter, geräucherter Nahrung
  • Narbige Verengungen der Speiseröhre etwa durch Verätzungen
  • Chronisches Sodbrennen durch Rückfluss der Nahrung vom Magen in die Speiseröhre (Reflux-Krankheit).
Rauchen und Alkoholkonsum, vor allem die Kombination aus beiden Faktoren, gelten als das Hauptrisiko für die Erkrankung und erklären, warum deutlich mehr Männer betroffen sind.

Diagnose zu Speiseröhrenkrebs

Mehrere Untersuchungsverfahren sind geeignet, Veränderungen der Speiseröhre zu identifizieren. Mit einer Spiegelung des Magens und der Speiseröhre (Gastroskopie, Ösophagoskopie, Gastroosophagoskopie) lassen sich verdächtige Schleimhautbezirke erkennen. Während der Untersuchung können Gewebeproben entnommen (Biopsie) und anschließend feingeweblich untersucht werden. Eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel (Röntgen-Breischluck) kann ebenfalls Veränderungen zeigen.
Blutuntersuchungen lassen Aussagen zum Allgemeinzustand eines Patienten zu und können auch Hinweise auf Komplikationen wie beispielsweise Blutungen ergeben. Nach der Diagnose von Speiseröhrenkrebs ist die Bestimmung der Krebsausdehnung notwendig. Geeignet sind bildgebende Verfahren wie Ultraschalluntersuchungen (Sonografien) und Computertomografie (CT).

Symptome

Beschwerden kommen häufig erst spät vor und sind nicht charakteristisch für die Krankheit. Erst wenn der Krebs zwei Drittel der Speiseröhre verengt, kommt es zu Problemen wie:
  • unangenehmen Gefühlen, Schmerzen sowie Schwierigkeiten beim Schlucken (Dysphagie)
  • Druckgefühl hinter dem Brustbein
  • Sodbrennen
  • Erbrechen von Blut (selten)
  • Heiserkeit
  • Schmerzen im Rücken
  • Gewichtsverlust

Behandlung zu Speiseröhrenkrebs

Die Behandlung ist von der Tumorart, dem Stadium der Erkrankung und dem Allgemeinzustand des Betroffenen abhängig. Hat sich der Tumor noch nicht ausgebreitet, kann eine Operation mit dem teilweisen oder vollständigen Entfernen der Speiseröhre (Ösophagektomie) eine Heilung bedeuten.
Magen oder Dünndarm können anschließend die Funktion der Speiseröhre übernehmen. Lässt sich der Tumor mit einer alleinigen Operation nicht vollständig entfernen, folgen eine Chemo- und Strahlentherapie.
Seltener führt eine Bestrahlung auch ohne vorherige Operation zur Heilung. Chemo- und Strahlentherapie können auch dazu dienen, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die Lebensqualität zu erhalten. Ist die Speiseröhre durch den Tumor sehr stark verengt und eine Operation nicht sinnvoll oder möglich, kann ein Schlauch in die Speiseröhre eingelegt werden (Stent).

Prognose

Leider haben die meisten Betroffenen erst spät Beschwerden, sodass die Erkrankung meist dann diagnostiziert wird, wenn sie bereits fortgeschritten ist. Entsprechend sind die Chancen auf Heilung gering. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt unter zehn Prozent. Bei früher Diagnose jedoch sind die Heilungsaussichten deutlich besser.

Selbsthilfe zu Speiseröhrenkrebs

Speiseröhrenkrebs lässt sich vorbeugen, indem die Hauptrisikofaktoren ausgeschaltet werden. Dies sind in erster Linie:
  • Rauchen
  • Alkoholkonsum
Daneben ist eine gesunde Ernährung bedeutsam, sowie die Behandlung von chronischem Sodbrennen (gastroösophageale Refluxkrankheit). Bei Veränderungen der Speiseröhre sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig.

Daten/Fakten zu Speiseröhrenkrebs

In Europa erkranken etwa vier von 100.000 Personen an Speiseröhrenkrebs. Besonders häufig tritt der Krebs in China, im Iran und Südafrika auf. Männer sind fast viermal häufiger betroffen als Frauen. Die Wahrscheinlichkeit, die Erkrankung die nächsten fünf Jahre zu überleben, liegt zwischen fünf und zehn Prozent. Bei nur einem Drittel der Betroffenen besteht überhaupt durch die Behandlung die Aussicht auf eine Heilung.

Links zu Speiseröhrenkrebs

Krebsinformationsdienst (KID)
Informationen zu Speiseröhrenkrebs
http://www.krebsinformation.de/tumorarten/weitere-tumorarten/speiseroehrenkrebs.php

Deutsche Krebshilfe e. V.
Buschstr. 32
53113 Bonn
Tel: 0228 -729 900
Fax: 0228 -729 90-11
E-Mail: deutsche@krebshilfe.de
http://www.krebshilfe.de

Information der Deutschen Krebshilfe e. V.
Der blaue Ratgeber: Krebs der Speiseröhre. Antworten, Hilfen, Perspektiven
http://www.krebshilfe.de/fileadmin/Inhalte/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/013_speiseroehre.pdf

Krebsforum Krebs-Kompass
http://www.krebs-kompass.de
Autor: Hofmann, Julia30.11.2016

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