Schlafkrankheit

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Wissen zu Schlafkrankheit

Die Schlafkrankheit ist eine tropische Infektionskrankheit und wird durch Parasiten, sogenannte Trypanosomen, verursacht. Die Parasiten weden durch tagaktive Tsetse-Fliegen übertragen, die bevorzugt in Feuchtgebieten wie Sümpfen und Flussläufen leben. Aber auch in der trockenen Savanne kommen sie vor. Der Biss der Fliegen ist sehr schmerzhaft und auch Kleidung bietet keinen sicheren Schutz. Nicht jede Fliege, die den Erreger durch Menschen und Tiere aufnimmt, ist infiziert und kann die Krankheit übertragen.
Es lassen zwei Varianten der Schlafkrankheit mit verschiedenen Erregertypen unterscheiden: Die ost- und westafrikanische Form. Die Schlafkrankheit kommt im gesamten Tropengürtel Afrikas vor. Die Sterblichkeit ist hoch.

Ursachen
Einzellige Parasiten, die Trypoanosomen, werden durch den Biss eine Tsetse-Fliege auf den Menschen übertragen. Mit dem Speichel der Fliege gelangen mitunter Tausende der Krankheitserreger in das menschliche Gewebe. Um zu erkranken, reichen theoretisch aber auch nur wenige Parasiten aus.

Diagnose zu Schlafkrankheit

Hinweisend für den Arzt ist die Krankengeschichte mit Angaben zu einem Aufenthalt im tropischen Afrika. Die Erreger der Schlafkrankheit lassen sich zu Beginn der Infektion in einem Blutstropfen oder im Gewebe von Lymphknoten mikroskopisch nachweisen. Später gelingt ein Nachweis der Infektion durch eine Untersuchung der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) auf Antikörper oder Erbmaterial des Parasiten mit speziellen labordiagnostischen Verfahren.

Symptome
Je nach Art des Infektionserregers kann der Krankheitsverlauf variieren. Es werden drei Krankheitsstadien unterschieden.
Stadium I:
  • Schmerzhafte gerötete Schwellung: Nach einem Biss kann eine Schwellung mit Blächenbildung in der Mitte der Veränderung auftreten. Die Hautveränderung tritt aber nicht bei allen Infizierten auf
Stadium II: Der Krankheitserreger breitet sich über das Blut aus. Symptome sind:
  • Fieber mit Schüttelfrost
  • Kopf-, Gliederschmerzen
  • Flüssigkeitsansammenlungen mit Schwellungen von Gewebe (Ödeme)
  • juckender Hautausschlag
  • Lymphknotenschwellung vor allem im Nacken
  • Blutbildveränderungen
  • Müdigkeit, Leistungseinbußen

Stadium III: Beginn der eigentlichen Schlafkrankheit mehrere Wochen oder Monate nach der Infektion
  • Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit
  • Bewegungs- und Koordinationsstörungen
  • Schlafstörungen (gestörter Tag-Nacht-Rhythmus)
  • Verwirrtheit
  • Muskelzittern, Krampfanfälle, Lähmungen
  • Apathie
  • Gewichtsverlust
  • zunehmende Schläfrigkeit bis zum Dämmerzustand
Die Krankheit endet nach Monaten, manchmal Jahren tödlich.

Die ostafrikanische Form verläuft schneller und aggressiver.

Behandlung zu Schlafkrankheit

Das Immunsystems des Körpers kann die Krankheit allein nicht besiegen. Beste Behandlungsaussichten bestehen, wenn die Krankheit früh erkannt wird. Dabei hängt die Behandlung vom Stadium der Erkrankung ab. In Stadium I und II werden Medikamente verabreicht, die die Bluthirnschranke nicht überwinden können. In Stadium III, der Phase der neurologischen Symptome, sind Medikammente notwendig, die die Bluthirnschranke überwinden. Alle Medimanete sind giftig und mit zum Teil schweren Nebenwirkungen behaftet.

Prognose
Spontanheilungen kommen selten vor. Dies geschieht aber nur vor dem Eintritt in Stadium III. Im Stadium III verlaufen die Erkrankungen ohne Behandlung in der Regel tödlich. Die ostafrikanische Form verläuft schneller und akuter. Mit einer frühen Behandlung lässt sich die Sterblichkeit stark senken.

Selbsthilfe zu Schlafkrankheit

Der Vorbeugung kommt sehr große Bedeutung zu. Da die Gliegen tagaktiv sind, ist es wichtig, in Gebieten mit Verbreitung der Krankheit
  • bedeckende Kleidung zu tragen
  • ungeschütze Haut mit Hautschutzmitteln zu behandeln (Repellentien)
  • Moskitonetze zu verwenden

Eine Impfung, die vor der Krankheit schützt, existiert leider nicht.

Links zu Schlafkrankheit

Charité - Universitätsmedizin Berlin
Charitéplatz 1
10117 Berlin
http://www.charite.de/Narkolepsie

Deutsche Narkolepsie-Gesellschaft e.V.
Verwaltungsbüro
Strindbergweg 13
42657 Solingen
Tel.: 0212 / 230 633 45
Fax: 0212 / 230 633 46
http://www.dng-ev.de/narkolepsie.html

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Fax: 06196 928-275 l
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/Narkolepsie
Autor: Hofmann, Julia12.01.2012

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