Prurigo

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Wissen zu Prurigo

Prurigo bedeutet Juckreiz. Es handelt es sich um eine Krankheit, die mit heftig juckenden Hautveränderungen einhergeht. Es kann der ganze Körper betroffen sein. Im Vordergrund stehen juckende entzündliche Hautpapeln (Juckknoten). Nach Aufkratzen lässt der Juckreiz nach. Das Gesicht ist dabei nie betroffen.
Unterscheiden lassen lassen sich verschiedene Formen der Krankheit:
Die Prurigo simplex acuta tritt schubweise bei Kindern bis zu sechs Jahren auf.
Die Prurigo simplex subacuta betrifft Erwachsene und verläuft chronisch wiederkehrend.
Bei der Prurigo nodularis kommen auch größere Knoten besonders an den Streckseiten von Armen und Beinen vor.
Im Vordergrund steht der qäulende Juckreiz. Zerkratzen der Knoten schafft Linderung. Allerdings entstehen Narben. Das Hautbild ist gekennzeichnet von
  • Kratzspuren
  • verschorften Papeln
  • Narben
  • Depigmentierungen
  • Hyperpigmentierungen
Das Aufkratzen kann Infektionen zur Folge haben.
Prurigi kann auch im Verlauf von Stoffwechselerkrankungen, Nervenerkrankungen, Krebs oder anderen Störungen entstehen.

Ursachen
Der Erkrankung können verschiedene Ursachen zugrundeliegen, die sich jedoch häufig nicht klären lassen. Manchmal liegen äußere Faktoren zugrunde. Etwa können Pollen und Staub Ursache der juckenden Papeln sein. Psychogene Ursachen werden diskutiert. Manchmal liegen auch Stoffwechselstörungen oder - erkrankungen wie díe Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) zugrunde.
Über Nervenreize werden eine Vielzahl von Botenstoffen ausgeschüttet, die den Juckreiz auslösen.

Diagnose zu Prurigo

Art, Dauer und Ausdehnung des Juckreizes können bereits Hinweise auf mögliche Ursachen ergeben. Auch die Qualität des Juckreizes ist bedeutend. Die körperliche Untersuchung mit Betrachtung der gesamten Haut liefert weitere Hinweise.
Besteht Verdacht auf eine Stoffwechselstörung, kann eine Blutuntersuchung weiter führen. Bei Verdacht auf eine Nervenerkrankung sind möglicherweise auch bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomografie der Halswirbelsäule angezeigt.
Eine Gewebeprobe (Biopsie) und anschließende feingewebliche Untersuchung kann besonders bei Veränderungen auf entzündlicher Haut sinnvoll sein.

Symptome
Immer wieder entstehen auf der Haut Papeln, die jucken. Auch bläschenartige Papeln kommen vor. Nach dem Aufkratzen der Papel verschwindet der Juckreiz. Die aufgekratzten Stellen verschorfen und verheilen. Übrig bleiben Narben, Über- und Depigmentierungen.



Behandlung zu Prurigo

Kann eine Ursache der Prurigo ausgemacht werden, wird zunächst diese behandelt.
Häufig lässt sich aber keine bestimmte zugrundeliegende Erkrankung erkennen. In Frage kommt eine örtliche Behandlung mit juckreizstillenden Cremes und Lotionen ohne Kortison. Kortisonhaltige Präparate können ebenfalls den Juckreiz lindern. Antihistaminika lindern den Juckreiz, sie werden auch kombiniert verabreicht.
Weitere Substanzen mit juckreizstillender Wirkung zur örtlichen Behandlung können helfen, wenn die erstgenannten Behandlungen unzureichend wirken. Dies sind etwa Capsaicin aus Chili und Calcineurininhibitoren.
Juckreizlindernd wirken auch Bestrahlungen mit UV-A und -B.

Prognose
Die kindliche Form der Prurigo verläuft häufig schubhaft über Monate. Bei Erwachsenen sind auch Verläufe über mehrere Jahre möglich. Ziel ist es, die individuelle juckreizlinderne Behandlung zu finden. Liegt dem Juckreiz eine andere Störung oder Erkrankung zugrunde, bessert sich der Juckreiz häufig mit deren Therapie.

Selbsthilfe zu Prurigo

Erste-Hilfe-Maßnahmen zur Linderung des Juckreizes sind Cremes, Lotionen oder Salben mit
  • Methanol
  • Kampfer
  • Harnstoff
  • Polidocanol
  • Gerbstoffen
Vermeiden sollte man Umschläge mit Alkohol, da sie die Haut entfetten. Auch Kratzen mit Hilfsmitteln sollte unterbleiben.

Links zu Prurigo

BBS Verlags GmbH und Co. KG, Wiesbaden
Haydnstr. 1
65193 Wiesbaden
Pruritus und Prurigo

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen
Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF)
Ubierstr. 20
40223 Düsseldorf
Telefon: (+49 211) 31 28 28
TeleFAX: (+49 211) 31 68 19
Aktinische Prurigo

Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V.
Tibarg 7-9
22345 Hamburg
Deutschland
http://www.uptoderm.de
Autor: Hofmann, Julia29.01.2012

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