Kniegelenksverletzung (Kniebinnen-Trauma)

WissenDiagnoseBehandlungLinks

Wissen zu Kniegelenksverletzung (Kniebinnen-Trauma)

Das Kniegelenk gehört zu den komplexesten Bereichen des menschlichen Bewegungsapparats. Und wenn es in Folge von Verletzungen – meist im Zuge einer sportlichen Betätigung – »in die Knie geht«, spielen deshalb oft gleich mehrere Faktoren eine Rolle. So auch beim Knie-Binnentrauma. Band- und Meniskusverletzungen sind nur zwei von vielen möglichen Läsionen, die beim Knie-Binnentrauma auftreten – einzeln oder kombiniert:
  • Das vordere und das hintere Kreuzband reißen
  • Das innere (mediale) und das äußere (laterale) Seitenband reißen
  • Knorpel und Menisken werden verletzt.

Dabei ist die »Unhappy Triad« genannte Kombination aus dem Riss des vorderen Kreuzbands, der Verletzung des medialen Seitenbandes und ein Schaden am Innenmeniskus am häufgsten anzutreffen. Beim Knie-Binnentrauma handelt es sich also um gar kein klar abgegrenztes Verletzungsbild. Die Gemeinsamkeit: Stets ist der Innenraum des Knies betroffen. Und auch Diagnose und Behandlung ähneln sich sehr.

Diagnose zu Kniegelenksverletzung (Kniebinnen-Trauma)

Ein stechender, anhaltender Schmerz mitten in der (sportlichen) Bewegung – das ist eines der ersten und deutlichsten Anzeichen für ein Knie-Binnentrauma. Der Verdacht erhärtet sich, wenn das Kniegelenk anschwillt: Folge eines Gelenkergusses, der meist sogar blutig verläuft. Das Knie kann zudem kaum oder gar nicht belastet werden – und wenn es sogar wegbricht, der Betroffene also buchstäblich auf einem wackligen Bein steht, dürften überdies Teile des Kapselband-Apparates betroffen sein.

Sofortmaßnahmen
  • Sofortige Entlastung und Ruhigstellung des Beins
  • Kühlung des betroffenen Knies mit Eis. Dadurch schwillt das Knie ab, und die Schmerzen vermindern sich. Nach spätestens 15 Minuten sollte die Kühlung für jeweils eine Viertelstunde unterbrochen werden.
  • Auch eine Schienung des Knies kann fürs Erste helfen.

Mittels Röntgenaufnahmen können Verletzungen der Knieknochen sichtbar gemacht werden. Auch alle Bänder werden auf ihre Funktion hin getestet. Dann kann mit Hilfe von Tests und Spezialgriffen die Art der Verletzung festgestellt werden.
Eine wirklich sichere Diagnose setzt aber oftmals noch weitere Untersuchungen voraus. Eine Kniepunktion etwa wird oftmals bei einem Gelenkerguss durchgeführt: Mit der Flüssigkeit verschwindet auch der Druck auf das Gewebe, und die Schmerzen gehen zurück. Blut im Erguss weist zudem darauf hin, dass zum Beispiel das Kreuzband oder eine andere durchblutete Struktur verletzt worden ist; Fettaugen auf der Flüssigkeit sind ein Indiz für eine Knorpel-oder Knochenverletzung.

Je nach Grad der Verletzung können noch weiterführende Untersuchungen angezeigt sein:
  • Eine Kernspintomografie gibt Aufschluss über den Zustand von Bändern und Knorpeln
  • Eine Arthroskopie, eine Kniespiegelung also, verfeinert nicht nur die Diagnose, sie eignet sich parallel auch dazu, die Verletzungen zu behandeln.

Behandlung zu Kniegelenksverletzung (Kniebinnen-Trauma)

Eine Operation ist in vielen Fällen das Mittel der Wahl. Der Chirurg wird dabei gerissene Bänder nähen oder ganz ersetzen sowie den Knorpel – sofern ausgefranst – glätten. Wenn nötig, wird gerissener Knorpel völlig entfernt. Diese OP-Methoden verlaufen inzwischen so schonend, dass sie sogar älteren Patienten empfohlen werden können. Anderenfalls werden bei dieser Patientengruppe konservative – also medikamentöse oder physikalisch anwendbare – Methoden eingesetzt. Die anschließende Erholungsphase wird von konsequentem Knietraining und Krankengymnastik geprägt. Nur so kann verhindert werden, dass sich die Oberschenkelmuskulatur abbaut. Bei diesem Training übernimmt der Patient selbst eine wichtige Rolle, denn er soll die Übungen selbsttätig und beharrlich ausführen. Schließlich sind stabile Muskeln die beste Vorsorge für ein gesundes Knie.

Prognose

Nur eine ärztliche Behandlung der Knieverletzung schützt vor dem Verschleiß des gesamten Kniegelenks. Ein gut bewegliches Knie ist überdies das Resultat konsequenter Krankengymnastik nach einem Knie-Binnentrauma. Deshalb sind schonende Sportarten wie Wandern, Radfahren und Schwimmen oft schon wieder nach anderthalb bis zwei Monaten Erholungsphase möglich. Bis zu einem halben Jahr allerdings kann es dauern, bis zum Beispiel erneut Tennis gespielt werden kann. Kontaktsportarten, wie Fuß- oder Handball, sollten erst nach einem vollen Jahr wieder aufgenommen werden.

Links zu Kniegelenksverletzung (Kniebinnen-Trauma)

Universität Münster
Schlossplatz 2
48149 Münster
INAUGURAL-DISSERTATION zur Erlangung des doctor medicinae an
der Medizinischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, vorgelegt von Simone Sandmann
http://miami.uni-muenster.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1953/diss_sandmann.pdf

MeinKnieGelenk
Johnson & Johnson AG
http://www.meinkniegelenk.ch/understand/common-causes-of-knee-pain
Autor: Bertrams, Reimund27.07.2014

Quellenangabe für Zitate

Inhalte dieser Webseite dürfen für kommerzielle und nichtkommerzielle Zwecke ohne Rückfragen auszugsweise zitiert werden. Bedingung dafür ist die Einrichtung des folgenden Links als Quelle des Zitates: