Vergiftungen

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Wissen zu Vergiftungen

Vergiftungen oder Intoxikationen bezeichnet die Körperaufnahme giftiger Substanzen mit unerwünschten Wirkungen. Diese Stoffe können in Medikamenten, Chemikalien, Dämpfen, Nahrungsmitteln und Vielem mehr enthalten sein, sodass der Betroffene sich unwissentlich, aber auch wissentlich vergiften kann. Die Ursachen einer Vergiftung sind vielfältig. Suizidabsichten, Verwechslungen, versehentliche Einnahme und Überdosierung, Unfälle oder Mordabsichten können die Gründe für eine Vergiftung sein.

Ursachen

Zugrunde liegt die Aufnahme giftiger Substanzen über Mund (oral), Nase und Lungen (inhalativ), Haut (transdermal, dermal) oder Venen (intravenös). Orale Vergiftungen machen über 80 Prozent der Fälle aus.

Diagnose zu Vergiftungen

Je nach Art der Vergiftung und der Symptome bestehen unterschiedliche diagnostische Möglichkeiten. Häufig muss der Arzt bei Unkenntnis des Giftstoffes von den Symptomen ausgehen. Ist der Giftstoff bekannt, kann eine gezielte Behandlung schneller eingeleitet werden.

Symptome

Der Behandler erfragt den Betroffenen selber oder Zeugen, Familienangehörige oder Freunde, was genau passiert ist, die Umstände des Ereignisses sowie die Symptome der möglichen Vergiftung. Bei der körperlichen Untersuchung achtet er auf Haut und Pupillen. Blutdruck und Herzfrequenz wie auch das Schreiben einer Elektrokardiographie (EKG) geben Auskunft über die Kreislaufsituation. Die Sauerstoffversorgung lässt sich mit einer Prüfung der Sauerstoffsättigung im Blut untersuchen. Auch Blutzuckerwerte werden möglicherweise überprüft.
Je nach Vergiftungsart kann es zu ganz unterschiedlichen, schwachen, aber auch starken Symptomen kommen.

Mögliche Anzeichen einer Vergiftung sind Störungen von

  • Bewusstsein
  • Herzkreislaufsystem
  • Atmung
  • Körpertemperatur

Verschiedene Vergiftungsgrade

Bei einer Vergiftung mit Substanzen, die dämpfend (sedierend) wirken:
  • Grad 1: Schläfrigkeit, Lethargie
  • Grad 2: Bewusstseinsverlust oder Koma, langsamer Herzschlag (Bradykardie), niedriger Blutdruck (Hypotension)
  • Grad 3: mäßig tiefes Koma, Unterdrückung der Atmung
  • Grad 4: tiefes Koma
Bei einer Vergiftung mit stimulierenden Substanzen:
  • Grad 1: Schwitzen, Übererregbarkeit, Zittern, weite Pupillen (Mydriasis)
  • Grad 2: Verwirrtheit, Fieber, hoher Blutdruck (Hypertension), schneller Herzschlag (Tachykardie)
  • Grad 3: Psychose, Delir, schneller und unregelmäßiger Herzschlag.

Behandlung zu Vergiftungen

Je nach Art der Vergiftung sind unterschiedliche Behandlungen angezeigt. Allgemeinmaßnahmen sind die Gabe von Sauerstoff, das Freimachen der Atemwege und Beatmung sowie eine Stabilisierung und Überwachung des Kreislaufs. Es gibt Substanzen, die einigen Giftsubstanzen entgegenwirken (Antidot), sowie besonders bei Vergiftungen über Mund und Gastrointenstinaltrakt Maßnahmen zur Entfernung des Gifts wie das Spülen des Magens oder die Verabreichung von Substanzen, die den Giftstoff binden.
Durch allgemeine Maßnahmen, wie sie auch bei anderen Notfällen durchgeführt werden, lassen sich die meisten Fälle von Vergiftungen gut behandeln. Spezielle Maßnahmen sind nur selten notwendig. Bei Kontakt von Haut oder Schleimhaut mit Giftstoffen ist die Entfernung dieser Stoffe (Dekontimination) nötig. Eine Entfernung der giftigen Substanz aus dem Magendarmtrakt kann mit Erbrechen, Magenspülung oder der Verabreichung von Kohle gelingen. Weitere Möglichkeiten der Giftentfernung bestehen in einer erhöhten Urin- und Darmausscheidung.

Prognose
Je nach dem Eintreffen von Hilfe, der Art und der Schwere der Vergiftung können sich Vergiftungszeichen rasch bessern, aber es können auch trotz schnellem ärztlichem Eingreifen lebenbedrohliche Zustände auftreten.

Selbsthilfe zu Vergiftungen

Zeigt eine Person noch keine Anzeichen einer Vergiftung, sollte der Giftnotruf angerufen werden. Bei ersten Vergiftungserscheinungen ist der Hausarzt oder ein Krankenhaus zu kontaktieren. Ist die Ursache der Vergiftung bekannt, sollte der Giftstoff unbedingt mitgenommen werden.

In vielen Städten lautet die Telefonnummer des Giftnotrufs Ortsvorwahl/19240.

Der Anrufer sollte möglichst Angaben zur betroffenen Person (Alter, Gewicht, Geschlecht), Vergiftungszeitpunkt, Vergiftungsmittel, Giftmenge, Symptome und bisherige Maßnahmen machen. Wichtig ist die Angabe der eigenen Telefonnummer für einen möglichen Rufruf. Im Zweifel, bei schweren Symptomen oder Bewusstlosigkeit ist der Notarzt unter der Telefonnummer 112 zu rufen. Selbst wenn sich eine Vergiftung als harmlos herausstellt, ist es richtig, den Notarzt zu alarmieren.

Links zu Vergiftungen

Bundesinstitut für Risikobewertung
Abteilung Risikokommunikation
Fachgruppe Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Dohrn-Str. 8-10
10589 Berlin
http://www.bfr.bund.de/Vergiftungen

Deutsches Rotes Kreuz e. V.
DRK-Generalsekretariat
Carstennstraße 58
12205 Berlin
http://www.drk.de/Vergiftungen
Autor: Hofmann, Julia09.11.2016

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