Übergewicht schlägt aufs Gedächtnis

Übergewicht kann Erkrankungen wie die Zuckerkrankheit, Herzinfarkt oder Schlaganfall nach sich ziehen. Offenbar leidet aber auch das Gedächtnis unter den überschüssigen Pfunden, ergab eine aktuelle Studie.


Beeinflusst Übergewicht das Gedächtnis?

Junge Erwachsene, die übergewichtig oder gar fettleibig sind, schneiden in Gedächtnistests schlechter ab als normalgewichtige Gleichaltrige, so Psychologen der University of Cambridge in Großbritannien. Dieser Erkenntnis liegt die in der Fachzeitschrift "The Quarterly Journal of Experimental Psychology" veröffentlichten Studie zugrunde.


69 Prozent der über 20-jährigen US-Amerikaner sind nach Angaben der Centers for Disease and Control and Prevention (CDC) übergewichtig oder fettleibig. Dies kann eine ganze Reihe möglicher Gesundheitsprobleme und Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzerkrankungen Diabetes mellitus Typ 2 und einige Krebserkrankungen nach sich ziehen. Doch auch das Gehirn leidet, ergaben bereits verschiedene Studien. So ist zum Beispiel das Risiko einer frühen Alzheimererkrankung erhöht. 

Dass junge Menschen, die zu viel auf den Rippen haben, auch Probleme mit der Erinnerung haben, zeigt eine Studie an 50 18- bis 35-jährigen jungen Menschen. Der Body Mass Index (BMI) bewegte sich zwischen 18 und 51. Der BMI ist eine Maßzahl zur Abschätzung des Körpergewichts im Verhältnis zur Körpergröße. Ein BMI von 18 bis 25 gilt als normalgewichtig, ein BMI von 25 bis 30 als übergewichtig und ein Wert ab 30 als fettleibig. Die Probanden nahmen an einem Gedächtnistest teil.


Vergesslichkeit beeinflusst Ernährung

Im Vergleich zu jungen Menschen mit Normalgewicht wiesen jene mit Übergewicht oder Fettleibigkeit schlechtere Testergebnisse auf. Die Ergebnisse deuteten auf strukturelle und funktionelle Hirnveränderungen bei Übergewicht hin, so die Forscher. Dies beeinträchtige die Fähigkeit, episodische Erinnerungen zu bilden und abzurufen. Darüber hinaus könnte das in der Studie gefundene schlechtere episodische Gedächtnis dazu beitragen, dass eine gesunde Ernährung nicht eingehalten wird. Das episodische Gedächtnis beschreibt die Fähigkeit, sich an vergangene Ereignisse zu erinnern.

Die Forscher betonen, dass Übergewichtige grundsätzlich vergesslicher sind als normalgewichtige Menschen. Es könnte aber sein, dass Gewichtsträger mehr Probleme haben, sich anschaulich Vergangenes ins Gedächtnis zu rufen wie etwa die bereits gegessenen Mahlzeiten. Dies könnte die Regulation des Konsum nachhaltig beeinflussen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann04.03.16Zum AnfangZurück

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