Ministerium geht bei Dioxin in Bio-Eiern von Einzelfall aus

Mitten in die vorösterliche Stimmung platzt die Nachricht von einem neuen Dioxinfund. Bio-Eier von einem Hof in Nordrhein-Westfalen sind belastet. Das Umweltministerium spricht nach bisherigen Erkenntnissen von einem Einzelfall.

Wenige Tage vor Ostern sind Dioxinfunde in Bio-Eiern aus Nordrhein-Westfalen bekanntgeworden. Dabei handelt es sich nach den bisherigen Erkenntnissen der Behörden um einen Einzelfall, hieß es am Mittwoch aus dem Verbraucherschutzministerium in Düsseldorf. Die Eier stammen von einem Hof im Kreis Minden-Lübbecke in Ostwestfalen, wie die Kreisverwaltung bestätigte.

Der Dioxingehalt sei «nicht akut gesundheitsgefährdend», sagte Ministeriumssprecher Stephan Malessa. «Aber wir müssen verhindern, dass überhöhte Dioxinwerte in die Lebensmittelkette gelangen.» Im Laufe des Mittwochs wollte das Ministerium die Nummern der belasteten Chargen veröffentlichen. Die Verbraucher könnten dann überprüfen, ob sie verdächtige Eier im Kühlschrank haben.

«Wir kennen die Ursache noch nicht», sagte Malessa. In dem auf dem Hof aktuell verwendeten Futter seien keine Verunreinigungen gefunden worden. Genauere Erkenntnisse erhoffe man sich von der Analyse der Rückstellproben des älteren Futters. «Experten aus der Umweltverwaltung sind auf dem Hof, um nach Quellen zu suchen», sagte Malessa. Der Lieferant des Futters sitze in Niedersachsen. Die dortigen Behörden seien eingeschaltet worden. «Auf dem Hof sind auch Bodenproben genommen worden.»

Eier von dem Hof mit 25 000 Legehennen hatten eine bis zu sechsmal über dem Grenzwert liegende Konzentration des Dioxin-ähnlichen PCB (Polychlorierte Biphenyle) aufgewiesen. Letztmalig seien Eier am 7. März an einen Verpacker ausgeliefert worden. Sie hatten das Mindesthaltbarkeitsdatum 31. März. Der Betrieb beliefert nach Angaben des Ministeriums vor allem Supermärkte.

Auf dem Hof werden die Legehennen in vier Ställen gehalten. Bei Eiern aus zwei Ställen seien deutlich überhöhte Dioxinwerte festgestellt worden, bei Eiern aus den beiden anderen Stallungen leicht erhöhte Werte. Die Dioxinanalysen seien aufwendig, erklärte Malessa. Ergebnisse würden deshalb voraussichtlich nicht vor diesem Freitag vorliegen. Der Hof wurde nach dem Fund vorerst gesperrt.

Quelle: dpa04.04.12Zum AnfangZurück

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