Sehnerventzündung

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Wissen zu Sehnerventzündung

Sehnerven leiten Seheindrücke von der Netzhaut an das Sehzentrum im Gehirn weiter. Eine Erkrankung Neuritis nervi optici kann diese Übertragung empfindlich stören und zu einer Sehminderung unterschiedlicher Ausprägung führen. Der Sehnerv wird auch als zweiter Hinrnnerv bezeichnet. Er besteht aus Nervenfasern, die die in der Netzhaut (Retina) des Auges entstehenden Signale zum Gehirn weiterleiten. In der Sehrinde des Gehirns entstehen dann die Bilder. Eine Schicht der Netzhaut besitzt bereits Nervenzellen, die den sich anschließenden Sehnerv bilden.
Unterscheiden lassen sich Entzündungen nach dem Ort des entzündlichen Prozesses:
  • Die Entzündung des Sehnervkopfes befindet sich noch im Bereich des Augapfels (Bulbus). Dies wird als Intrabulbärneuritis bezeichnet.
  • Die Entzündung findet im Verlauf des Sehnervs hinter dem Augapfel statt. Der Fachbegriff hierfür ist Retrobulbärneuritis.
Die Entzündung kann ein- oder beidseitig auftreten.

Ursachen

Am häufigsten kommt es im Rahmen immunologischer Prozesse zu einer Sehnerventzündung. Das Immunsystem ist normalerweise für die Abwehr von Krankheitserregern wie Bakterien und Viren zuständig. Möglich ist aber auch, dass sich das Immunsystem gegen körpereigene Zellen richtet. Dies stellt dann eine sogenannte Autoimmunerkrankung dar. Es handelt sich um eine Fehlreaktion des Immunsystems. Bei der Sehnerventzündung richtet sich der Angriff gegen Bestandteile der Nervenfasern.
Autoimmunerkrankheiten, bei denen es zu Sehnerventzündungen kommen kann, sind:
Seltener treten auch Infektionen mit Bakterien oder Viren, Toxoplasmose oder Vergiftungen (Alkohol, Schwermetalle) auf.

Diagnose zu Sehnerventzündung

Da die Augen selbst nicht erkrankt sind, zeigen sich hier meist keine Veränderungen. Die Augenhintergrunduntersuchung (Ophthalmoskopie) ist deshalb oft unauffällig. Selten ist eine Schwellung des Sehnervkopfes erkennbar.
Eine Untersuchung der Sehschärfe ergibt eine Sehminderung unterschiedlichen Ausmaßes. Daneben ist die Pupillenreaktion (Swinging-Flash-Light-Test) des Auges der erkrankten Seite gestört.
Bei Verdacht auf eine Autoimmunerkrankung können weitere Untersuchungen notwendig werden. Dies können Blutuntersuchungen oder eine neurologische Untersuchung sein.

Symptome

Typisch ist eine plötzliche Sehminderung. Betroffene beschreiben oft wie durch einen Nebel zu sehen. Möglich ist aber auch ein Gesichtsfeldausfall. Manchmal ist nur das Kontrastsehen ein wenig eingeschränkt oder die Farbwahrnehmung ist verändert. In schweren Fällen kann es bis zur Erblindung kommen. Darüberhinaus kommt es häufig zu Augenschmerzen und typischerweise schmerzt das Auge bei Augenbewegungen. Auch das Ausüben von Druck auf den Augapfel kann Schmerzen auslösen.

Behandlung zu Sehnerventzündung

Eine Behandlung mit entzündungshemmendem Kortison, das über die Vene verabreicht wird, kann die Heilung beschleunigen. Bei Virus- oder Bakterieninfektionen kommen zusätzlich Antibiotika oder virenhemmende Mittel (Virustatika) zum Einsatz. Bei Verdacht auf Erkrankungen mit anderen Ursachen sind möglicherweise weitere Medikamente zu deren Behandlung notwendig.

Prognose

Die Heilungsaussichten der Sehnerventzündung sind gut, meist verbessert sich das Sehen innerhalb einiger Wochen. Mit der Behandlung lässt der Augenschmerz innerhalb weniger Tage nach. Die komplette Heilung kann aber mehrere Monate in Anspruch nehmen, sodass viele Patienten auch längere Zeit nach der Behandlung unter verschwommenem Sehen oder einer veränderten Farbwahrnehmung leiden. In einigen Fällen kommt es zu wiederholten Entzündungen und einer dauerhaften Sehminderung.

Selbsthilfe zu Sehnerventzündung

Es gibt keine Möglichkeiten einer Sehnerventzündung vorzubeugen. In der Erholungsphase kann sich eine zusätzliche Behandlung mit Akupunktur oder Homöopathie positiv auswirken.

Daten/Fakten zu Sehnerventzündung

Häufig bleibt die Ursache bei Sehnerventzündungen im Unklaren. Eine Form der Sehnerventzündung (Retrobulbärneuritis) ist jedoch häufig ein Frühsymptom der Multiplen Sklerose.

Links zu Sehnerventzündung

Informationen Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Neuritis_nervi_optici

Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V.
Küsterstr. 8
30519 Hannover
Tel: 0511 - 968 340
Fax: 0511 - 968 34 50
E-Mail: dmsg@dmsg.de
http://www.dmsg.de
Autor: Hofmann, Julia15.12.2014

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