Yoga und Akupunktur gegen chronische Schmerzen

Können Medikamente chronische Schmerzen nicht ausreichend lindern, können komplementärmedizinische Behandlungen wie Yoga oder Akupunktur helfen. Eine Bewertung verschiedener Behandlungen nahmen jetzt die National Institutes of Health (NIH) vor.


Komplementärmedizinische Schmerztherapie: 150 Studien geben Auskunft

Jedes Jahr sind 100 Millionen Menschen in den USA von chronischen Schmerzen betroffen. Chronische Schmerzen halten nach Definition mehr als zwölf Wochen an. Etwa 40 Millionen Menschen leiden unter starken chronischen Schmerzen. Die Verzweiflung ist oftmals groß. Zwar gibt es Medikamente wie nichtsteroidale Antiphlogistka, die chronische Schmerzen lindern können, doch helfen sie nicht immer ausreichend. Dazu kommen mögliche Nebenwirkungen. Viele Patienten suchen deshalb nichtmedikamentöse Hilfe in komplemetärmedizinischen Verfahren.

In den USA werden jährlich 30 Billionen Dollar in komplementärmedizinische Behandlungen investiert, meist um chronische Schmerzen zu lindern. Doch bislang ist die Beweislage der Effektivität bei chronischen Schmerzen nicht ausreichend. Ziel der Studie von Richard. L. Nahin und Kollegen des National Center for Complementary and Integrative Health und der NIH war, verschiedene Behandlungen hinsichtlich ihres Nutzens bei chronischen Schmerzen zu bewerten. Dafür suchten sie in der medizinischen Datenbank "Medline" nach entsprechenden Studien und konnten 150 Studien aus den vergangenen 50 Jahren identifizieren. Im Fokus standen Sicherheit und Wirksamkeit komplementärmedizinischer Behandlungen bei den fünf am häufigsten vorkommenden Schmerzerkrankungen: Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen, Nackenschmerzen, Fibromyalgie, Migräne und schwere Kopfschmerzen.


Yoga und Akupunktur sind bei Rückenschmerzen wirksam

Die stärkte Beweiskraft ließ sich für Yoga und Akupunktur bei Rückenschmerzen belegen, während Tai Chi und Akupunktur am besten bei chronischen Schmerzen des Knies halfen. Nackenschmerzen ließen sich häufiger durch Massagen lindern, insbesondere, wenn diese zwei- bis dreimal wöchentlich etwa eine Stunde lang zum Einsatz kamen. Entspannungstechniken halfen bei Kopfschmerzen und Migräne. 

Es gab auch einige Hinweise auf eine Wirksamkeit von spinaler Manipulation, Massage und Osteopathie bei Rückenschmerzen und Tai Chi und Entspannungstechniken bei Fibromyalgie, doch war die Beweiskraft nicht so stark. Die Studie wurde im Journal "Mayo Clinic Proceedings" veröffentlicht.

Quelle: Dr. Julia Hofmann14.09.16Zum AnfangZurück

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