Magnetfeldtherapie: Weder Nutzen noch Schaden

Die Magnetfeldtherapie ist eine alternative Therapie, die Ärzte häufig als individuelle Gesundheitsleistung anbieten. Die Kosten trägt der Patient. Die Wirksamkeit der Therapie untersuchten jetzt Experten.

 

 

Magnetfelder bei Rückenschmerzen

 

Bereits in der Antike nutzten Ärzte Magnetfelder in Form von Heilsteinen. Heutzutage haben die Steine der Technik Platz gemacht, die statische und pulsierende Magnetfelder erzeugt. Auf dem Markt sind Armbänder, Matten oder Röhren, die von Strom durchflossen werden.

 

Ein Einsatzgebiet der Magnetfeldtherapie sind Kreuzschmerzen. Davon ist jeder zweite der 50- bis 60-Jährigen betroffen. Das Volksleiden verursacht Leid und hohe Kosten, denn Arbeitsausfälle kosten jedes Jahr Milliarden Euro. Effektive Therapien wären also allen willkommen.

 

Die Nationale Versorgungsleitlinie Kreuzschmerz, in der Experten den aktuellen medizinischen Wissensstand analysieren und aufbereiten, empfiehlt die Magnetfeldtherapie bei unspezifischen Kreuzschmerzen nicht und rät von der Behandlung ab.

 

Experten des IgeL-Monitors prüften die Wirksamkeit der Magnetresonanztherapie und analysierten drei Studien zum Thema. In den Studien wurde die statische Magnetfeldtherapie mit Plazebo (Scheinbehandlung) verglichen.

 

 

Kein Nutzen, kein Schaden: Wirksamkeit "unklar"

 

Nur eine Studie konnte eine Wirksamkeit zeigen, doch entsprach die Qualität der Studie nicht den Anforderungen. Unklar war zum Beispiel, ob die untersuchten Patienten nicht ahnten, welche der beiden Therapien sie erhielten. Dies kann die Schmerzwahrnehmung und somit die Ergebnisse verzerren. Die anderen beiden qualitativ besseren Studien konnten keine Wirksamkeit nachweisen. Doch wurde auch in keiner der Studien von Schäden berichtet.

 

Die Experten schließen daraus, dass die Magnetfeldtherapie bei Kreuzschmerzen weder einen Nutzen hat, noch schadet. Damit wird das Bewertungsurteil "unklar" abgegeben.

 

 

Der IgeL-Monitor dient der evidenzbasierten Bewertung sogenannter Selbstzahlerleistungen. Die Internetplattform ist nicht kommerziell und wurde vom medizinischen Dienst des GKV-Spitzenverbandes entwickelt.

Quelle: Dr. Julia Hofmann31.12.14Zum AnfangZurück

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