Krebs? Risiko für Zwilling erhöht!

Wenn das Zwillingsgeschwister an Krebs erkrankt, ist auch das Krebsrisiko des anderen Zwillings erhöht. Eine aktuelle Studie an Zwillingspaaren zeigt, wie stark das Erbe das Krebserkrankungsrisiko beeinflusst.

 

 

Untersuchung: Vererbungsrisiko von 23 verschiedenen Krebsarten

 

Studien ergaben, dass es ein familiäres Krebsrisiko für Krebsarten wie Brust-, Prostata- oder Darmkrebs gibt. Für seltenere Krebsarten fehlen zuverlässige Informationen jedoch häufig. Wie groß der relative Beitrag von Erbfaktoren auf die Entstehung von Krebs ist, darüber können Zwillingsstudien Aufschluss geben.

 

Eine Studie unter Beteiligung von amerikanischen, dänischen und finnischen Wissenschaftlern lässt nun Schätzungen zu verschiedenen Krebserkrankungen zu. Sie analysierten die Daten von über 200.000 ein- und zweieiigen Zwillingen aus Dänemark, Norwegen, Finnland und Schweden, die Teilnehmer der "Nordic Twin Study of Cancer" waren. Die Beobachtungszeit der Teilnehmer betrug durchschnittlich 32 Jahre.

 

Einer von drei Studienteilnehmern entwickelte zu Lebzeiten eine Krebserkrankung. Unter den 23 verschiedenen untersuchten Typen von Krebserkrankungen war für annähernd alle ein erhöhtes familiäres Risiko nachweisbar. Darunter befanden sich häufig vorkommende Krebserkrankungen wie Brust- und Prostatakrebs, jedoch auch seltenere bösartige Tumore wie Hodenkrebs, Kopf- und Halskrebs, schwarzer Hautkrebs, Eierstock- sowie Magenkrebs.

 

 

Unterschiedliche hohe Erbfaktoren bei Krebserkrankungen

 

Bei 3.316 Zwillingspaaren ließ sich bei beiden Zwillingen Krebs diagnostizieren, wobei 38 Prozent der eineiigen Zwillinge und 26 Prozent der zweieiigen Zwillinge an der gleichen Krebserkrankung litten. Erhielt ein zweieiiger Zwilling eine Krebsdiagnose, betrug das geschätzte Risiko des anderen Zwillings 37 Prozent, bei eineiigen Zwillingen ergaben Schätzungen ein Risiko von 46 Prozent.

 

Besonders hoch war das familiäre Risiko bei Hodenkrebs. Erkrankt ein zweieiiger Zwilling daran, ist das Risiko für den Bruder zwölf Mal erhöht, bei eineiigen Zwillingen gar um den Faktor 28.

Die Vererbung von Krebs schätzen die Forscher allgemein auf 33 Prozent. Für bestimmte Krebserkrankungen ergab sich ein hoher Vererbungsfaktor, darunter Hautkrebs mit 58 Prozent, Prostatakrebs mit 57 Prozent, Hautkrebs (nicht schwarzer Hautkrebs) mit 43 Prozent, Eierstockkrebs mit 39 Prozent und, Nierenkrebs mit 38 Prozent. Das Erbe machte bei Brustkrebs 31 Prozent aus und bei Gebärmutterkrebs 27 Prozent.

Quelle: Dr. Julia Hofmann13.01.16Zum AnfangZurück

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