Verkrümmter Penis erhöht Krebsrisiko

Viele Männer leiden unter einer Verkrümmung ihres Penis. Die Verkrümmung steht nicht nur mit Problemen beim Sex in Verbindung, sie könnte auch für verschiedene Krebserkrankungen empfänglicher machen, ergab eine Studie.


Ursache der Penisverkrümmung ist unklar

Bei der Induratio penis plastica (IPP) handelt es sich um eine oftmals starke Penisverkrümmung, bei der vermehrtes Bindegewebe, Kollagen und Bindegewebe zu einer Gewebeverhärtung am Penisschaft führt. Bei der Erektion knickt der Penis ab, was mit Schmerzen verbunden sein kann. Die Erkrankung entwickelt sich meist langsam und ist bei vielen Patienten mit Erektionsstörungen verbunden. Schätzungen zur Häufigkeit der Krankheit variieren stark und es wird von ein bis 23 Prozent der Männer ausgegangen.

Die Erkrankungsursachen sind unklar. Manche Fälle lassen sich mit Verletzungen in Verbindung bringen, aber auch eine autoimmune Entstehung der Penisverkrümmung wird postuliert. Es zeigte sich, dass die IPP familiär gehäuft vorkommt und immer mehr Aufmerksamkeit wird der Vererbung geschenkt. Manche der Gene, die mit IPP zusammenhängen, spielen auch für Krebserkrankungen eine Rolle.

Das Protein-kodierende WNT2 zum Beispiel ist so ein Gen, das mit verschiedenen Krebserkrankungen und der Verkrümmung des Penis verbunden ist. Forscher des Baylor College in Houston, Texas, untersuchten nun, ob die Penisverkrümmung tatsächlich mit einem erhöhten Krebsrisiko einhergeht. Ergebnisse ihrer Untersuchung veröffentlichten sie im Fachjournal "Fertility and Sterility".


IPP: Erhöhtes Magen-, Haut- und Hodenkrebsrisiko

Für ihre Analyse nutzten die Forscher eine Datenbasis der "Truven Health MarketScan" aus 2007 bis 2014. Gesammelt werden hier Daten aus Krankenversicherungsansprüchen von Versicherten. Die Wissenschaftler verglichen die Häufigkeit von Krebs bei Männern mit IPP mit Männern, die keine Penisverkrümmung aufwiesen und Männern mit erektiler Dysfunktion.

Die mehr als 48.000 Männer mit IPP wiesen gegenüber jenen mit erektiler Dysfunktion ein mehr als zehn Prozent höheres Krebsrisiko auf. Männer mit Penisverkrümmung hatten ein um 43 Prozent erhöhtes Risiko für Magenkrebs, ein um 19 Prozent erhöhtes Risiko für schwarzen Hautkrebs und ein um 39 Prozent erhöhtes Hodenkrebsrisiko.

Die Forscher empfehlen, bei Männern mit IPP besonders aufmerksam zu sein. Mit der Penisverkrümmung erhöhte Krankheitsrisiken zu kennen und hier wachsam zu sein, könnte helfen, Krankheiten zu reduzieren.

Quelle: Dr. Julia Hofmann08.11.17Zum AnfangZurück

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