Verstopfung begünstigt Nierenkrankheit

Verstopfung und damit zusammenhängende Beschwerden sind weit verbreitet. Forscher finden heraus, dass das Verdauungsproblem das Risiko für eine Krankheit der Nieren erhöht. Darmbakterien könnten dabei eine Rolle spielen. 


Bei Verstopfung kommt es häufiger auch zu Nierenversagen

Verstopfung selbst ist zumeist unangenehm, aber nicht gefährlich. Ernstzunehmende Gesundheitsstörungen können auftreten, wenn die Verstopfung chronisch ist. Studien ergaben bereits einen Zusammenhang mit einem erhöhten Herzerkrankungsrisiko. Ursächlich sind vermutlich Auswirkungen auf Bakterien im Darm. Aber auch die Nieren können offenbar leiden, ergab eine Studie der University of Tennessee, die im Journal der US-amerikanischen Society of Nephrology veröffentlicht werden soll.

In der Studie waren 3,5 Millionen Veteranen 2004 und 2005 erstmals untersucht und bis 2013 beobachtet worden. Zu Beginn der Studie waren alle Teilnehmer nierengesund. Mit der Zeit aber entwickelten manche Teilnehmer Verstopfung und eine Störung der Nierenfunktion. Verstopfung war der Untersuchung zufolge mit einem um 13 Prozent erhöhten Risiko für eine Nierenerkrankung und einem um neun Prozent erhöhten Risiko für Nierenversagen verbunden. Auch der Schweregrad zwischen Verstopfung und Nierenkrankheiten hing miteinander zusammen. Je schwerer die Verstopfung, desto gravierender fiel die Nierenfunktionsstörung aus. Eine schwere Verstopfung erhöhte demnach auch das Risiko einer schweren Nierenkrankheit.


Forscher: Verdauung regulieren und Nieren schützen
 
Zwischen der Verdauung und der Nierenfunktion könnte eine plausible Verbindung bestehen, so die Wissenschaftler. Die Ergebnisse der Studie geben ganz neue Einsichten in die Krankheitsentstehung von Nierenkrankheiten. Die Regulation der Verdauung könnte also weitreichende Konsequenzen haben und dem Erhalt der Nierenfunktion dienen. Auch bei Patienten, die bereits eine Nierenfunktionsstörung aufweisen, ist möglicherweise auf deren Verdauung besondere Achtsamkeit notwendig. 

Laut der US-Centers for Disease Control and Prevention leiden zehn Prozent der US-Bürger an einer chronischen Nierenkrankheit. Zu Beginn der Krankheit bemerken Betroffene keine Krankheitszeichen, sodass viele von der Nierenfunktionsstörung nichts ahnen.

Nierengefährdend wirken Vorerkrankungen wie hoher Blutdruck, Diabetes, Übergewicht und hohe Cholesterinwerte – alle auch Risikofaktoren für Erkrankungen der Herzgefäße wie die koronare Herzkrankheit mit der möglichen Folge eines Herzinfarkts.

Quelle: Dr. Julia Hofmann18.11.16Zum AnfangZurück

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