Chronisches Nierenversagen

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Wissen zu Nierenversagen - chronisch

Chronisches Nierenversagen bedeutet den unwiederbringlichen Verlust der Nierenfunktion. Die Nierenfunktion verschlechtert sich nach und nach, bis die Fähigkeit zur Blutfilterung und -reingung ganz verloren geht.
Gesunde Nieren filtern das Blut, beseitigen Substanzen, die der Körper nicht braucht oder die giftig sind und sorgen für einen ausgewogenen Flüssigkeitshaushalt. Täglich filtrieren die Nieren rund 1.500 Liter Blut. Endprodukt ist der ausscheidungsfähige Harn. Er enthält harnpflichtige Substanzen wie Harnstoff und Kreatinin.

Ist die Nierenfunktion gestört, sammeln sich Stoffwechselprodukte im Blut an. Da die Nieren auch für die Ausscheidung und Rückgewinnung von Salzen sorgen, ist auch der Elektrolythaushalt gestört.
Die Nieren sind darüberhinaus für die Blutbildung und Blutgerinnung bedeutsam, außerdem für den Blutdruck und den Stoffwechsel der Knochen. Entsprechend kann die eingeschränkte oder erloschene Nierenfunktion für viele Funktionsstörungen verantwortlich sein.
Nierenversagen lässt sich je nach Schweregrad in fünf verschiedene Stadien einteilen. Im letzen Stadium (terminale Niereninsuffizienz) ist das Filtrationsvermögen der Nieren so gut wie erloschen, sodass das Blut mit harnspflichtigen Stoffen vergiftet wird. Das Blut muss einer künstlichen Reinigung unterzogen werden (Dialyse).

Ursachen

Die Nierenfunktionsstörung entwickelt sich häufig schleichend im Rahmen von Erkrankungen wie Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und Bluthochdruck (Hypertonie). Auch Entzündungen oder autoimmune Krankheiten mit Wirkung auf das Gefäßsystem können Ursache einer chronischen Niereninsuffizienz sein. Daneben können Medikamente die Nieren schädigen. Manchmal lässt sich auch keine klare Ursache identifizieren.

Diagnose zu Nierenversagen - chronisch

Meist wird bei Routine-Blutuntersuchungen eine Erhöhung des harnpflichtigen Kreatinin festgestellt, was auf eine Nierensinsuffizienz hindeutet. Weitere Blut- und Urinuntersuchungen dienen der Bestimmung auch anderer harnpflichtiger Substanzen wie Harnstoff und Harnsäure.
Auch die Menge der Eiweiße (Proteine) und Körpersalze (Elektrolyte) wird überprüft. Bildgebende Verfahren wie Ultraschall-untersuchung, Röntgen mit Kontrastmittel und Computertomografie unterstützen die Diagnostik und sind auch für die Verlaufsbeurteilung wichtig. Besonders bei Verdacht auf Entzündungen kann eine Gewebeprobe (Biospie) helfen, die Ursache zu klären.

Symptome

In der Anfangsphase der Nierenfunktionsstörung bestehen oft noch keine Beschwerden. Möglich sind uncharakteristische Symptome wie Müdigkeit oder Übelkeit. Die Blutwerte von harnpflichtigen Substanzen wie Kreatinin und Harnstoff sind erhöht. Im Blut sind Anzeichen einer Blutarmut (Anämie) erkennbar. Betroffene sind möglicherweise blass und schnell ermüdbar.

Die fortgeschittene Niereninsuffizienz ist gekennzeichnet von:

  • Flüssigkeitsansammlungen im Körper
  • Flüssigkeit in der Lunge (Lungenödem)
  • Bluthochdruck
  • Ausscheidung geringer Harnmengen von unter 500 ml pro Tag
  • rötlich-brauner Urin
  • schaumiger Urin (durch Eiweiße)
  • Zyklus- und Potenzstörungen
  • Knochenschmerzen
  • Muskelkrämpfe, Muskleschwäche
  • Neigung zu blauen Flecken (Hämatomen)
  • Juckreiz.
Bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz sind regelmäßige Blutwäschen (Dialysen) notwendig.

Behandlung zu Nierenversagen - chronisch

Zerstörtes Nierengewebe erholt sich nicht. Entscheidend für eine Behandlung ist die Beseitigung der zugrundeliegenden Ursache. Im Anfangsstadium reichen einfache Maßnahmen wie eine eiweiß-, phosphat- und möglicherweise kaliumarme Diät. Bei weiterem Fortschreiten des Nierenversagens ist eine Blutwäsche (Dialyse) und möglicherweise eine Nierentransplantation notwendig.

Prognose

Die Lebenserwartung Betroffener mit einer chronischen Niereninsuffizienz ist verkürzt - vor allem, wenn ein Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) die Ursache ist. Mehr als die Hälfte der Erkrankten stirbt an Erkrankungen des Herz- und Gefäßsystems.

Links zu Nierenversagen - chronisch

Deutsche Nierenstiftung
c/o Prof. Dr. W. Riegel
Klinikum Darmstadt
Med. Klinik III
Grafenstrasse 9
64283 Darmstadt
Tel: 06151 - 780 740
Fax: 06151 - 780 74 29
E-Mail: info@nierenstiftung.de
http://www.nierenstiftung.de

http://www.nierenbuch.de

Bundesverband Niere e.V.
Weberstraße 2
55130 Mainz
Tel: 06131 - 851 52
Fax: 06131 - 835 198
E-Mail: geschaeftsstelle@bnev.de
http://www.bundesverband-niere.de/

KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V.
Martin-Behaim-Straße 20
63263 Neu-Isenburg
Tel: 06102 - 35 90
Fax: 06102 - 359 344
E-Mail: info@kfh-dialyse.de
http://www.kfh-dialyse.de

Deutsche Hochdruckliga e.V.
Berliner Str. 46
69120 Heidelberg
Tel: 06221 - 588 55-0
Fax: 0 62 21 - 588 55 25
E-Mail: hochdruckliga@t-online.de
www.hochdruckliga.de

Gesellschaft für Nephrologie
Berliner Straße 46
69120 Heidelberg
Tel: 06221 - 655 653
Fax: 06221 - 655 663
http://www.nierengesellschaft.de

Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Klinische Nephrologie e.V.
Prof. W. Fassbinder
Klinikum Fulda
Pacelliallee 4
36043 Fulda
Tel: 0661 - 845 451
Fax: 0661 - 845 452
E-Mail: info@nephrologie.de
http://www.nephrologie.de
Autor: Hofmann, Julia02.03.2015

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