Entzündungen erschweren Fettverbrennung

Übergewicht beeinflusst den Stoffwechsel und begünstigt Entzündungsreaktionen im Körper, die einer Gewichtsreduktion im Wege stehen können. Zu diesem Ergebnis kamen jüngst deutsche Forscher der Universität Bonn.


Fett ist nicht gleich Fett

In vorangegangenen Versuchen an Mäusen konnte das Team um Prof. Pfeifer unterschiedliche Fettzelltypen ineinander umwandeln und so eine Gewichtsreduktion erleichtern. Für den Stoffwechsel schädliches und zugleich schwer verbrennbares weißes Fett konnten die Wissenschaftler zu braunem Fett modifizieren, das dem Körper zur Energiegewinnung dient und so bei Diäten leicht dahinschmilzt. 

Neue Untersuchungen zeigen jetzt, dass Übergewicht diese Fettumwandlung erschwert. Schuld daran sind Entzündungsreaktionen, die ein hoher Körperfettanteil begünstigt. Ein Faktor, der bei Entzündungen entsteht, wirkt auf Rezeptoren, die für die Entstehung von gutem braunen Fett aus weißem Fett verantwortlich sind und so wird eine Umwandlung verhindert.


Vor allem Bauchfett ist hartnäckig und begünstigt Entzündungen

Die Forscher ernährten die Mäuse im Versuch mit einer hochkalorischen Diät und untersuchten die Veränderungen im Fettgewebe der Tiere. Dabei fiel auf, dass die Rezeptoren für die Fettumwandlung im Unterhautfettgewebe bei Übergewicht kaum beeinträchtigt sind, während Entzündungen die Rezeptoren im Bauchfett, das die Organe umgibt, besonders stark beinflussten. Dieses Phänomen ist Wissenschaftlern auch beim Menschen bekannt. Bauchfett hält sich bei Diäten deshalb besonders hartnäckig. Weiterhin gilt es als das gefährlichste Fett, da es Stoffwechsel- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigt und ein hoher Anteil an Bauchfett so die Lebenserwartung Betroffener herabsetzt. 

In weiteren Untersuchungen wollen Prof. Pfeifer und sein Team der Frage nachgehen, ob die Hemmung der Rezeptoren im Bauchfett reversibel ist. Wenn es Mechanismen gibt, die es erleichtern, weißes Fett im Bauchraum in leicht verbrennbares braunes Fett umzuwandeln, könnten Menschen mit Übergewicht zukünftig von den neuen Erkenntnissen der Forscher profitieren. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann09.01.17Zum AnfangZurück

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