Fernreise: Multiresistente Keime als Mitbringsel

Multiresistente Bakterien sind den meisten Antibiotika gegenüber unempfindlich und stellen vor allem in Krankenhäusern ein wachsendes Problem dar. Wissenschaftler entdeckten, dass 30 Prozent der Urlauber solche Bakterien aus Asien mitbringen. Die Ursache ist nicht geklärt.

 

 

 Ein Drittel der Urlauber bringt gefährliche Keime mit

 

Mikrobiologen und Infektiologen der Universitätsklinik Leipzig untersuchten mit welchen Keimen und Krankheitserregern Urlauber aus Asien zurückkehren. Dafür untersuchten sie ein Jahr lang 225 Personen vor und nach einer Reise nach Asien. Besonderes Augenmerk galt den sogenannten ESBL-bildenden Bakterien, Darmbakterien, die gegen die meisten verfügbaren Antibiotika resistent sind, das heisst, Behandlungen bleiben wirkungslos. Zwar sind diese Bakterien für gesunde Menschen meist harmlos, für bestimmte Personengruppen und Immungeschwächte jedoch besteht eine erhöhte Erkrankungsgefahr.

 

Von den untersuchten Personen brachten 30,4 Prozent diese gefährlichen Bakterien aus dem Asienurlaub mit, schreiben die Wissenschaftler im "International Journal of Medical Microbiology". Diese Häufigkeit übersteigt die Zahl der bislang angenommenen Bakterienträger nach Asienaufenthalten deutlich. Keiner der Träger hatte im Urlaub an einer Durchfallerkrankung gelitten. Nach einem halben Jahr waren nur noch 8,6 Prozent Träger der multiresistenten Bakterien. Vor der Reise waren 6,8 Prozent der Personen Träger ESLB-bildender Bakterien.

 

 

Handhygiene bietet kaum Schutz

 

Wie es zur Übertragung der Bakterien im Urlaubsland kommt, ist nicht vollständig geklärt. Gründliche Handhygiene und verpackte Getränke schützten offensichtlich nicht wirksam. Häufigste Übertragungen ereigneten sich in Indien mit 70 Prozent Trägern. Aus Südostasien kommende Reisende waren zu fast 50 Prozent betroffen.

 

Laut Forschern ist ein globales Herangehen an das Problem notwendig. Krankenhauspatienten sollten systematisch auf eine Trägerschaft untersucht werden, wenn sie innerhalb des letzten halben Jahres einen Urlaub in Indien oder Südostasien verbracht haben.

Quelle: Dr. Julia Hofmann27.01.15Zum AnfangZurück

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