Amputationsverletzung

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Wissen zu Amputationsverletzung

Bei Amputationsverletzungen kommt es zur Abtrennung eines Körperglieds durch einen Unfall. Meist handelt es sich um Finger, seltener um Teile von Armen oder Beinen sowie anderer Körperglieder. Amputationsverletzungen sind häufig die Folge von Explosionen, zum Beispiel bei Kriegen. Nach dem Unfall kommt es oft erst später zu starken Blutungen, da sich die Arterien zunächst verengen. Dennoch verändert sich die Kreislaufsituation: Die Durchblutung der Extremitäten vermindert sich, die Durchblutung der lebenswichtigen Organe ist dagegen erhöht.
Ein Amputationstrauma ist jedoch immer mit erheblichen Gefäßverletzungen verbunden. Es kann auch eine starke Blutung entstehen, besonders wenn ein großes Gefäß verletzt ist. Möglicherweise droht Betroffenen dann aufgrund des Blutverlustes ein Schock. Abgetrennte Körperteile lassen sich heutzutage bis zu 20 Stunden nach dem Verlust wieder annähen, vorausgesetzt sie wurden sachgerecht gelagert.
In jedem Fall ist es für Außenstehende wichtig, sich zunächst um den Verletzten mit der Amputationsverletzung zu kümmern.

Das Vorgehen ist deshalb der Reihe nach:

1. Lebensrettende Sofortmaßnahmen am Verletzten und Erstversorgung der Wunde
2. Ruf des Notarztes
3. Versorgung des abgetrennten Körperteils.

Diagnose zu Amputationsverletzung

Amputationsverletzungen sind natürlich sichtbar, insofern sind Untersuchungen zur Diagnose meist nicht nötig. Ziel ist dagegen die umgehende Schmerzbehandlung, Wundversorgung und im besten Fall das Wiederannähen des amputierten Körperteils.

Symptome

Unmittelbar nach einer Verletzung mit Amputation haben Betroffene oft keine starken Schmerzen, stehen aber möglicherweise unter Schock. Auch die Blutung hält sich zunächst in Grenzen, da sich die Arterien zusammenziehen. Ist ein größeres Körperglied wie etwa die Hand, ein Unterarm, Oberarm oder Bereiche des Fußes oder Beines amputiert, kann es aus großen Gefäßen jedoch rasch zu stärkeren Blutungen kommen. Bereits ab einem Liter Blutverlust droht Schockgefahr.

Schocksymptome

  • kalter Schweiß
  • Unruhe
  • zittern
  • Angst
  • schneller Pulsschlag
  • blasse bläuliche Hautfarbe
  • Bewusstseinsstörungen, Bewusstseinsverlust.
Der Schockzustand ist lebensbedrohlich, lebensrettende Sofortmaßnahmen sind äußerst wichtig.

Behandlung zu Amputationsverletzung

Die Erstbehandlung ist sofort nach der Verletzung möglich. Behandeln müssen also zunächst Personen aus der unmittelbaren Umgebung, und zwar so lange, bis der Notarzt eintrifft. Dies ist besonders bei schwereren Verletzungen wichtig.

Bei Verdacht auf Schock gilt:

  • Oberkörper hochlagern
  • Beine und verletztes Körperteil hochlagern
  • Blutstillung
  • Überprüfung von Atmung und Puls.
Der richtige Umgang mit dem amputierten Körperteil ist wichtig, damit dieses wieder angenäht werden kann.

Die beste Vorgehensweise ist die Zweikammertechnik:

  • Körperteil in sterile Kompressen wickeln.
  • Kompressen mit enthaltenem Körperteil in einer wasserdichten Plastiktüte verschließen.
  • Verschlossene Tüte in Wasser mit Eis stellen, sodass eine Kühlung gewährleistet ist. Am besten eignet sich eine zweite Tüte, die mit Wasser und Eis gefüllt ist.
  • Das abgetrennte Körperteil niemals direkt mit Eis kühlen!
In der Klinik folgt wenn möglich eine Replantationsoperation. Ob diese möglich ist, hängt von der Zeit ab, die seit dem Unfall vergangen ist, dem Zustand der Wunde und des wieder anzunähenden Körperteils.

Prognose

Wieder angenähte Körperteile haben gute Heilungschancen, wenn es sich um glatte Amputationen handelt. Schwieriger wird es, wenn die Wundflächen gequetscht sind und das Körperteil ausgerissen wurde. Ob die volle Funktion des Körperteils wiederhergestellt werden kann, zeigt sich jedoch oft erst nach einiger Zeit.

Selbsthilfe zu Amputationsverletzung

Umsichtiges Verhalten ist nach einem Unfall mit teilweisem oder vollständigem Verlust eines Körperglieds sehr wichtig, da Erste-Hilfe-Maßnahmen für den Verletzten lebensrettend sein können. Für Helfer gilt deshalb, sich zunächst um den Verletzten und seine Wunden zu kümmern. Im zweiten Schritt ist die Versorgung und sachgerechte Lagerung des abgetrennten Körperglieds wichtig.

Daten/Fakten zu Amputationsverletzung

Bereits im 19. Jahrhundert wurde versucht, abgetrennte Körperteile zu replantieren, jedoch fast immer ohne Erfolg. Heutzutage werden in speziellen Operationszentren feinste mikrochirurgische Techniken angewendet, die die Heilungsaussichten wesentlich verbessert haben. Bei über 90 % der Arm-Replantationen lässt sich wieder eine Funktion erreichen, die bei einem Großteil der Betoffenen eine Berufstätigkeit ermöglicht.

Links zu Amputationsverletzung

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Amputationen:
Klinikum Uni München Cirurgische Klinik und Poliklinik Innenstadt

Bereitschaften Bayrisches Rotes Kreuz
Autor: Hofmann, Julia08.03.2016

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