Gesichtswahrnehmung lässt Diagnose zu

Es klingt wie Science Fiction: In nicht allzu ferner Zeit könnte es möglich sein, Gesundheitsstörungen mithilfe einer App durch die Analyse des Gesichts zu diagnostizieren. Forscher entwickelten ein Computermodell und fanden heraus: Was der Computer analysiert, ob eine Person gesund oder nicht, erkennen Menschen auch mit den Augen.


Computer analysiert Gesichter hinsichtlich Gesundheitsparameter

In einigen Jahrzehnten könnten Menschen, die sich krank fühlen, vielleicht nicht mehr zum Arzt gehen und stattdessen ein Selfie von ihrem Gesicht machen, das von einer App analysiert wird. Das Ergebnis könnte zum Beispiel dann lauten: Übergewicht, zu hoher Körperfettanteil oder Bluthochdruck. 

Was manch einem realitätsfern klingen mag, könnte aber gar nicht so weit weg sein. Zu bedenken ist: Computergesteuerte Gesichtsanalysen mit Berücksichtigung verschiedener Gesundheitsaspekte sind auch eine Leistung des menschlichen Gehirns, ergaben Untersuchungen. 

Australische Forscher der University of Sydney untersuchten die Gesichtsform von 270 Probanden unterschiedlicher Herkunft, um Marker der Physiologischen Gesundheit korrekt zu identifizieren. Sie entwickelten ein Computermodell, mit dessen Hilfe sich anhand einer Gesichtsanalyse Informationen zu dem Gesundheitszustand einer Person gewinnen lassen. Das Gesicht enthalte wichtige Informationen zur Gesundheit eines Menschen, so die Wissenschaftler.


Gesicht verrät auch anderen Informationen zur Gesundheit

Mithilfe der Probandenfotos "lernte" der Computer anhand des Gesichts das Gewicht, den Körperfettanteil und den Blutdruck zu bestimmen. Anschließend gelang es mit dem Modell auch, diese drei Parameter an anderen Gesichtern zuverlässig vorherzusagen. In einem nächsten Schritt untersuchten die Forscher, ob auch Menschen in ähnlicher Art und Weise diese Gesundheitsinformationen aus einem Gewicht ablesen können. Mit einer eigens entwickelten App konnten Personen ihren Gesichtsausdruck so verändern, dass sie so gesund wie möglich aussahen.

Dies gelang tatsächlich: Das Gesicht ließ sich so beeinflussen, dass Probanden gesünder aussahen. Die Forscher schließen daraus, dass das menschliche Gehirn ähnlich arbeitet wie das Computermodell. Ob in Zukunft einmal eine einfache Diagnose-App zum Einsatz kommt, ist fraglich. Die meisten Menschen werden auf die Diagnosefertigkeiten eines Arztes wahrscheinlich nicht verzichten wollen.

Die Studie wurde im Journal "Frontiers of Psychology" veröffentlicht.

Quelle: Dr. Julia Hofmann18.12.17Zum AnfangZurück

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