Wer rastet, der rostet

Wer sich geistig beschäftigt und stimuliert, muss seltener erste Anzeichen eines geistigen Abbaus befürchten, ergab eine Studie. Auch ältere Menschen und Personen mit erblich bedingtem, erhöhtem Alzheimerrisiko profitieren von mentaler Aktivität. Allerdings ist die Art der geistigen Herausforderung bedeutsam.


Geistige Aktivität bewahrt kognitive Leistung

Kognitiv normal funktionierende 70-jährige Menschen, die sich mit Computern beschäftigen, handwerklich betätigen, sozial aktiv sind und Spiele spielen, zeigen weniger Anzeichen eines milden kognitiven Abbaus als Senioren, die dies nicht tun. Das ergaben die Daten von mehr als 1.900 älteren Menschen, die an einer bevölkerungsbasierten Studie der Mayo Clinic zum Altern teilgenommen hatten.

Die untersuchenden Wissenschaftler fanden heraus, dass Tätigkeiten am Computer das Risiko des kognitiven Abbaus um 30 Prozent senken konnten. Handwerkliche Tätigkeiten senkten das Risiko um 28 Prozent, soziale Aktivitäten um 23 Prozent und Spielen um 22 Prozent.

Wer diese Aktivitäten zweimal pro Woche verfolgte, wies einen geringeren geistigen Abbau auf als Senioren, die diese Tätigkeiten nur zwei- bis dreimal pro Monat oder seltener verfolgten, zeigen die Studienergebnisse in "JAMA Neurology".


Aktivität lohnt auch bei erhöhtem Alzheimerrisiko

Milde kognitive Einbußen gelten als Vorboten einer Demenz. Kommt es zu ersten geistigen Einschränkungen, ist das Alltagsleben meist noch unbeeinträchtigt und auch Dritte bemerken den geistigen Abbau oftmals zunächst nicht. Erst nach und nach, mit zunehmenden Störungen der kognitiven Funktion, werden Personen oftmals auffällig.

Der Nutzen der geistigen Aktivität ließ sich sogar bei Menschen belegen, die ein erhöhtes erbliches Risiko aufwiesen, eine Alzheimerdemenz zu entwickeln. Allerdings konnten bei ihnen nur Computertätigkeiten und soziale Aktivität das Risiko erster Zeichen des geistigen Abbaus senken. 

Den Forschern zufolge lohnt geistige Beschäftigung demnach auch bei Menschen, die ein erhöhtes Alzheimerrisiko aufweisen. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann10.02.17Zum AnfangZurück

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