Geburtsgewicht: BMI, Blutdruck und Blutzucker

Eine amerikanische Studie ergab: Body-Mass-Index, Blutdruck und Blutzucker der Mutter während der Schwangerschaft beeinflussen das Geburtsgewicht des Kindes.


Übergewichtige Frauen gebären schwerere Kinder

Dass Frauen, die an Adipositas leiden, häufiger Kinder mit hohen Geburtsgewichten gebären, ist Forschern nicht neu. Nun konnten Wissenschaftler der Universitäten Exeter und Bristol klare Zusammenhänge zwischen Geburtsgewicht des Kindes und BMI, Blutzucker und Blutdruck der Mutter während der Schwangerschaft erkennen.
Freathy und Lawler werteten die Daten von 30.000 Frauen aus und berücksichtigten dabei Body-Mass-Index, Blutzucker, Blutdruck und Blutfette während der Schwangerschaft. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass ein hoher Body-Mass-Index und hohe Blutzuckerwerte ein hohes Geburtsgewicht des Kindes mit sich bringen, während ein erhöhter Blutdruck das Geburtsgewicht senkt. 
Im Schnitt erhöhte sich das Geburtsgewicht beim Anstieg des Body-Mass-Index um 55 Gramm, 114 Gramm schwerer waren die Kinder bei einem Anstieg des Nüchternblutzuckers um 7,2 mg/dl. Durchschnittlich 208 Gramm niedriger war das Geburtsgewicht je Anstieg des Blutdrucks um 10 mmHg.

 

Zuckerkrankheit hat keinen Einfluss

Da Frauen mit einer Zuckerkrankheit (Schwangerschaftsdiabetes oder Diabetes mellitus Typ 2) häufig schwere Kinder zur Welt bringen, gingen Wissenschaftler bisher davon aus, dass erhöhte Insulinwerte Einfluss auf das Geburtsgewicht nehmen. Freathy und Lawler kamen jedoch zu dem Ergebnis, dass der Insulinspiegel im Blut der Mutter das Gewicht des Kindes alleine nicht beeinflusst. Das im Schnitt höhere Geburtsgewicht der Kinder erklärt sich, da an Diabetes erkrankte Mütter häufig übergewichtig sind und erhöhte Blutzuckerwerte aufweisen.

Die Forscher veröffentlichen die Ergebnisse der Studie im Amerikanischen Ärzteblatt. Da diese auch einen Zusammenhang zwischen Geburtsgewicht und Vitamin-D-Wert der Mutter andeuten, sollen hier weitere Untersuchungen folgen. Blutfettwerte, Cholesterin und ein Fettzellhormon scheinen ebenfalls Einfluss zu haben.

Quelle: Dr. Julia Hofmann24.03.16Zum AnfangZurück

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