Fördern Katzen Geisteskrankheiten?

Süß, kuschelweich und große Augen - nur wenige Menschen können Katzen widerstehen. Die dunkle Seite des Katzenbesitzes ist leider, dass sie das Risiko für mentale Erkrankungen wie Schizophrenie oder die bipolare Erkrankung erhöhen könnten. Darauf weist eine aktuelle Studie hin.

 

 

Toxoplasmose kann grippeähnliche Beschwerden verursachen

 

Zwei aktuelle in den Journalen "Schizophrenia Research" und "Acta Psychiatrica" veröffentlichte Untersuchungen lassen eine erhöhte Gefahr psychiatrischer Krankheiten vermuten, die mit einer Infektion mit Toxoplasmen in Verbindung steht. Toxoplama gondii ist ein Parasit, der im Verdauungstrakt von Katzen zu finden ist. Menschen können  sich unabsichtlich infizieren, wenn sie Kontakt mit den Katzenfäkalien haben.

 

Der Parasit ist Auslöser der Toxoplasmose. Viele Menschen sind infiziert, ohne davon zu wissen. Bei funktionstüchtigem Immunsystem ist die Infektion auch meist kein Problem und Betroffene entwickeln keine Symptome. Empfänglich für eine Infektion sind aber schwangere Frauen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Bei einer Infektion entwickeln sich möglicherweise grippeähnliche Symptome wie Muskelschmerzen und geschwollene Lymphknoten. Schwerere Infektionen können auch Blindheit hervorrufen und im schlimmsten Fall zum Tod führen.

 

 

Infektion verdoppelt Schizophrenierisiko

 

Bereits frühere Studien hatten den Verdacht nahe gelegt, dass eine Infektion das Risiko mentaler Erkrankungen erhöht. Die aktuellen Studien nähren nun diesen Verdacht. Demnach ist der Besitz einer Katze in der Kindheit mit einem signifikant häufigeren Vorkommen von schweren mentalen Erkrankungen in Familien verbunden. Eine Analyse von 50 Studien zum Thema zeigt, dass es eine nachweisliche Beziehung zwischen Toxoplasma gondii und einem erhöhten Risiko für eine Schizophrenie gibt. Forscher fanden heraus, dass der Parasit das Risiko für eine Schizophrenieerkrankung sogar verdoppelt.

 

Zudem ergab sich ein erhöhtes Risiko für andere Erkrankungen wie die bipolare Störung, ebenfalls eine Psychose, für Zwangserkrankungen und Abhängigkeit.

 

Die Forscher vermuten, dass die Infektion also mit mehreren psychiatrischen Erkrankungen in Zusammenhang steht. Bei Schizophrenie ist eine Reaktivierung einer latenten Infektion möglich.

 

 

Katzentoilette täglich leeren, Fleisch durchgaren!

 

Gesundheitsbehörden empfehlen deshalb, die Katzentoilette täglich zu entleeren. Denn erst nach ein bis fünf Tagen nach dem Absatz der Fäkalien durch die Katze wird der Parasit infektiös. Allerdings sind Katzen nicht die einzige Infektionsquelle. Ursache einer Infektion kann auch infiziertes und nur halb gar gekochtes oder gebratenes Fleisch sein. Kontaminiertes Wasser stellt eine weitere Gefahr dar.

Quelle: Dr. Julia Hofmann22.06.15Zum AnfangZurück

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