Angststörungen bei Darmkranken häufig

Menschen mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leiden zusätzlich häufiger unter Angststörungen als Darmgesunde, zeigt eine Studie aus Toronto. Ursache und Wirkung sind aber unklar.

 

 

Darmentzündung und Angsterkrankungen treffen häufiger zusammen

 

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen sind verschiedene schubhaft verlaufende Krankheitsbilder, bei denen es immer wieder oder andauernd zu Entzündungen im Verdauungstrakt kommt. Vorzugsweise sind Abschnitte des Darmes betroffen, Entzündungen sind aber im gesamten Verdauungstrakt möglich. Bekannteste Vertreter dieser entzündlichen Erkrankungen sind Morbus Crohn und Colitus ulcerosa. Für die Entstehung scheinen Erbfaktoren, Umwelteinflüsse und ein überaktives Immunsystem eine Rolle zu spielen, wobei die Ursachen nicht vollständig geklärt sind.

 

Forscher der Universität von Toronto fanden nun heraus, dass Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen ein doppelt so hohes Risiko für eine generalisierte Angststörung aufweisen als Menschen mit gesundem Darm. Bei der generalisierten Angststörung leiden Betroffene unter übernormal großen Ängsten und Sorgen, oft bezogen auf Alltagsprobleme, die anderen Menschen kaum größere Sorgen bereiten. Die Angst kann sich in verschiedenen psychischen und körperlichen Symptomen äußern und steht in keinem Verhältnis zur auslösenden Ursache.

 

 

Beide Erkrankungen beanspruchen das Stresssystem des Körpers

 

Besonders oft unter Angsstörungen leiden den Forschern zufolge weibliche Patienten mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung. Ihr Risiko war gegenüber Männern mit Darmkrankheit vierfach erhöht. Noch häufiger entwickelten Frauen mit Missbrauch in der Vorgeschichte eine Angststörung.

 

Die Studie verdeutlicht, dass es zwischen Körper und Psyche eine Verbindung gibt, folgern die Wissenschaftler. Beide Erkrankungen belasten das Stresssystem des Körpers und verursachen möglicherweise die Inanspruchnahme der gleichen Körpermechanismen. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift "Inflammatoty Bowel Diseases".

Quelle: Dr. Julia Hofmann12.08.15Zum AnfangZurück

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