Tanzen hält jung

Wer im Alter tanzt, tut nicht nur seiner körperlichen Fitness etwas Gutes. Auch das Gehirn profitiert, finden Forscher heraus. Tanzen kann demnach die Alterung des Gehirns aufhalten.


Studie: Wie wirken Tanzen und Krafttraining auf das Gehirn?

Die Alterung ist mit Veränderungen im Gehirn verbunden. Nicht nur das Hirngewebe an sich ändert sich, auch die Durchblutung und die Kommunikation zwischen den Nervenzellen reduziert sich langsam. Dies steht mit einer sich verändernden kognitiven Funktion in Verbindung. Lernen und sich Dinge zu merken fallen schwerer.

Um dem geistigen Abbau entgegenzuwirken, eignet sich Sport und körperliche Aktivität, zeigen Studien zum Thema. Doch welche Art der Bewegung eignet sich am besten, um geistig fit zu bleiben? Forscher des Deutschen Zentrums für degenerative Erkrankungen in Bonn fanden das mit einer Studie an 52 gesunden Erwachsenen im Alter zwischen 63 bis 80 Jahren heraus. Die Studienteilnehmer wurden für 18 Monate in zwei Bewegungsgruppen eingeteilt. Während eine Gruppe einmal pro Woche 90 Minuten lang tanzte, nahm die andere an einem 90-minütigen Krafttraining teil.

Bei den tanzenden Senioren kam keine Routine auf. Sie trainierten ganz unterschiedliche Tänze wie Jazz, Square oder lateinamerikanische Tänze. Schritte, Armbewegungen, Formationen, Geschwindigkeit und Rhythmus wurden alle zwei Wochen verändert, sodass es immer neue Lerninhalte gab. Die Herausforderung bestand vor allem darin, sich an die gelernte Routine zu erinnern und keine Hinweise vom Tanzlehrer zu erhalten.

Vor Beginn der Studie und 18 Monate danach unterzogen sich die Studienteilnehmer einer bildgebenden Untersuchung des Gehirns mit der Magnetresonanztomographie. Die Wissenschaftler untersuchten zudem das Gleichgewicht der Teilnehmer.


Tanzen hält Gehirn auf Trab

Beide Gruppen von Teilnehmern wiesen in der Bildgebung eine Zunahme des Volumens von Hirnsubstanz im Bereich des Hippokampus auf. Der Hippokampus steht mit Lernen, Gedächtnis und Emotionen in Verbindung und ist von Alterungsprozessen häufig betroffen. Probanden, die tanzten, wiesen allerdings eine größere Zunahme des Hirnvolumens in diesem Bereich auf als Teilnehmer, die Krafttraining betrieben.

Zudem zeigte sich bei Tänzern eine Stärkung von Nervenverbindungen in einem Bereich des Hippokampus, der für das Gedächtnis bedeutsam ist. Sie wiesen auch ein verbessertes Gleichgewicht auf, nicht aber die Senioren mit Krafttraining.

Tanzen ist bei Älteren mit einem zusätzlichen Nutzen verbunden, schließen die Forscher. Die kognitive und sensomotorische Stimulation sorgt für eine größere Zunahme des Hirnvolumens des Hippokampus als dies bei anderen sportlichen Aktivitäten der Fall ist. Sie fordern weitere und vor allem größere Studien zum Thema. Studien sollten auch prüfen, ob Tanzen geeignet ist, vor der Alzheimerdemenz zu bewahren. 

Die Studie erschien im Journal "Frontiers in Human Neuroscience".

Quelle: Dr. Julia Hofmann12.09.17Zum AnfangZurück

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