Enzymhemmung verhindert Gewichtszunahme

In mittleren Lebensjahren scheinen Pfunde schneller auf die Rippen zu kommen als früher, bemerken viele Menschen. Die Ursache könnte weniger im Lebensstil als vielmehr in einem Enzym liegen, ergab eine aktuelle Studie.


Gewichtszunahme in mittleren Jahren oftmals vor allem am Bauch

Übergewicht ist ein globales Problem. In den USA gilt ein Drittel der Bevölkerung als übergewichtig, weltweit nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zwei Billionen Menschen. Grundsätzlich bewahren eine gesunde Ernährung und körperliche Aktivität vor einer Gewichtszunahme. Mit zunehmendem Alter jedoch machen viele Menschen die Erfahrung, dass sie viel leichter an Gewicht zulegen als früher und das vor allem im Bereich des Bauches. Bauchfett gilt als besonders ungesund.

Im Alter zwischen 20 und 50 Jahren nehmen Erwachsene durchschnittlich 30 Pfund zu und dies, obwohl sie oftmals weniger essen. Diesem Paradoxon gingen Forscher der National Institutes of Health (NIH) auf den Grund. Sie untersuchten die biochemischen Veränderungen bei Tieren, die ein mittleres Lebensalter erreicht hatten. Bei Mäusen, deren Alter dem eines Menschen von 45 Jahren entspricht, entdeckten sie ein Enzym, das mit dem Alter aktiver wird. 


Weniger Gewichtszunahme durch Enzymhemmung 

Die DNA-abhängige Proteinkinase wandelt Nährstoffe in Fett um und reduziert die Anzahl von Mitochondrien in Zellen. Diese gelten als Kraftwerke von Körperzellen, sie wandeln Nährstoffe in Energie um und entsorgen Abfallprodukte. Mitochondrien sorgen für 90 Prozent der Energie, die Zellen für ihr Wachstum benötigen und sind auch für den Zelltod anderer Zellen mitverantwortlich. In der Jugend ist die Anzahl der Mitochondrien größer und mit dem Alter nehmen sie ab. Damit einher geht eine Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit.

Die Hemmung des Enzyms bei alternden Mäusen reduzierte bei diesen eine Gewichtszunahme um 40 Prozent. Die medikamentöse Enzymhemmung sorgte auch für eine größere Fitness. Übergewicht und Diabetes mellitus Typ 2 traten seltener auf. Daneben konnten die Forscher eine Zunahme von Mitochondrien feststellen. Die Entdeckung könnte zur Entwicklung neuer Medikamente verhelfen, um Gewicht zu reduzieren, so die Forscher in der Fachzeitschrift "Cell Metabolism".

Quelle: Dr. Julia Hofmann11.05.17Zum AnfangZurück

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