Rezeptfreie Schmerzmittel bergen Risiken

Ohne Rezept in der Apotheke erhältliche Schmerzmittel sind beliebt, heißt es im "Deutschen Ärzteblatt". Eine Untersuchung der AOK Baden-Württemberg zeigt, dass viele Menschen mit rezeptfreien Schmerzmitteln zu sorglos umgehen.


Kopfschmerzen sind häufige Ursache für Schmerzmitteleinahme

Die meisten Menschen kennen das: Brummt der Schädel oder schmerzt der Rücken, wird schnell ein Schmerzmittel eingenommen. Oftmals helfen auch in der Apotheke frei erhältliche Arzneien gut. 

Nach einer Forsa-Umfrage greifen Bürger aus Baden-Württemberg mindestens einmal pro Monat zu rezeptfreien Schmerzmedikamenten. Drei Prozent der Befragten gaben an, mindestens einmal wöchentlich ein solches Schmerzmittel einzunehmen. 19 Prozent haben demnach nach eigenen Angaben noch nie rezeptfrei erhältliche Schmerzmittel eingenommen.

Vor allem zur Schmerzlinderung von Kopfschmerzen sind Schmerzmedikamente wie Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Ibuprofen oder Mischpräparate offenbar beliebt. 82 Prozent der Befragten, die mindestens einmal in einem halben Jahr ein nicht verschriebenes Schmerzmedikament einnahmen, taten dies aufgrund von Kopfschmerzen. 17 Prozent versuchten mit den Mitteln, Migräne zu behandeln.

33 Prozent der Befragten, also jeder Dritte, wendete die Schmerzmedikamente an, um Erkältungen zu lindern. Jeder Fünfte nahm sie wegen Rückenschmerzen oder Gliederschmerzen ein. Auch dienten die Schmerzmittel der Fiebersenkung.


Empfehlung: Beipackzettel lesen, Apotheker befragen

AOK-Mediziner warnen, dass auch frei erhältliche Schmerzmittel Arzneien sind, die nicht nur wirksam sind, sondern auch Nebenwirkungen aufweisen können. Die korrekte Anwendung sei bei diesen Schmerzmitteln sehr wichtig. Die mit frei verkäuflichen Schmerzwirkstoffen einhergehenden Gefahren unterschätze laut Umfrage jeder Zehnte. Acht Prozent der Befragten hielten die regelmäßige Anwendung von Schmerzmitteln für ungefährlich. Vier Prozent waren bezüglich der Gefahren nicht sicher.

Mehr als die Hälfte der Teilnehmer, die an der Befragung teilgenommen hatten, sahen sich die Beipackzettel der Medikamente nicht genauer an. Besonders Männer schienen hier sorgloser zu sein. Wer den Beipackzettel nicht liest, sollte wenigstens den Anweisungen des Apothekers genau folgen, so Apotheker Andreas Pfaff im Gespräch mit der AOK Baden-Württemberg.

Quelle: Dr. Julia Hofmann20.06.17Zum AnfangZurück

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