Warum bei Migräne Licht schmerzt

Viele Menschen mit Migräne vermeiden Licht und suchen die Dunkelheit. Licht löst emotionale und körperliche Reaktionen aus, finden Forscher heraus. Die Lichtscheu bei Migräne hat demnach Gründe.


Licht beeinflusst Migräne tatsächlich

Vielen Menschen mit Migräne kennen das: Das Licht scheint zu schmerzen, das Zimmer wird deshalb abgedunkelt. Wissenschaftler entdeckten eine Verbindung zwischen lichtempfindlichen Nervenzellen und Gehirnarealen, die die Stimmung, aber auch physiologische Vorgänge regulieren und Herzfrequenz, Atmung, Müdigkeit und Übelkeit beeinflussen. Demnach kann Licht negative Gefühle und die ohnehin unangenehmen körperlichen Empfindungen, die bei Migräne auftreten, negativ beeinflussen. Ergebnisse der Studie veröffentlichten die Wissenschaftler in den "Proceedings of the National Academy of Sciences".

Die Studie zeigt, dass viele Migränepatienten unter Einsatz verschiedener Lichtfarben irritierter, wütender, nervöser, depressiver und ängstlicher waren. Diese Patienten berichteten auch über unangenehme körperliche Empfindungen wie Enge in Brustkorb oder Hals, Kurzatmigkeit, Benommenheit und Übelkeit.


Forscher: Migränepatienten sollten Licht meiden

Die Forscher hatten 81 Migränepatienten und 17 Menschen, die noch nie Migräne hatten, untersucht und diese gebeten zu beschreiben, was sie unter dem Einfluss von Licht empfanden. Viele Migränepatienten berichteten bei allen Lichtfarben außer Grün von starken emotionalen Empfindungen wie Wut, Nervosität, Hoffnungslosigkeit, Traurigkeit, Depression und Angst.  Studienteilnehmer, die nicht an Migräne litten, zeigen keine vergleichbaren Reaktionen auf Licht und empfanden alle Farben des Lichts als eher angenehm. 

Bereits an annähernd blinden Migränepatienten hatten die Forscher zuvor gezeigt, dass Licht die Kopfschmerzen verstärken kann. Dies galt aber nicht für Patienten, die Licht gar nicht mehr wahrnehmen konnten.

Dass lichtempfindliche Nervenzellen mit Hirnarealen verbunden sind, wiesen die Forscher auch an Ratten nach. Die Erkenntnis könnte zukünftig Migränepatienten zugutekommen, weil sie zu der Empfehlung führen, Licht zu vermeiden und damit auch körperliche Beschwerden zu reduzieren. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann11.07.17Zum AnfangZurück

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