Zuckerkrankheit: Armut als Risikofaktor

Menschen aus armen Wohngegenden erkranken häufiger an der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ 2). Zu diesem Schluss kommen schwedische Wissenschaftler nach Untersuchungen an Flüchtlingen, schreibt das Deutsche Ärzteblatt.


Möglicher Zusammenhang schon lange bekannt

Bereits frühere Untersuchungen weisen darauf hin, dass Menschen in ärmeren Wohngegenden häufiger an Diabetes mellitus Typ 2 erkranken. So gibt es Experten zufolge in sozial schwächeren Gegenden viele Faktoren, die die Entwicklung einer Zuckerkrankheit begünstigen können. Einkommensschwächere Familien ernähren sich häufiger ungesund und kaufen wenig frische Nahrungsmittel wie Obst und Gemüse. Ohne Grünflächen und Sportanlagen laden ärmere Bezirken meistens wenig zu Bewegung und Sport ein. Außerdem fehlt den Familien Geld für die sportliche Förderung des Nachwuchses. Das Zusammenleben vieler Menschen auf engem Raum führt weiterhin zu Stress.


Untersuchungen an Flüchtlingen bestätigen bisherige Ergebnisse

Schwedische Wissenschaftler untersuchten die gesundheitliche Entwicklung von Flüchtlingen aus den Jahren 1987 bis 1991. Viele der asylsuchenden Familien wurden nach dem Zufallsprinzip in Wohngegenden verteilt, aber auch Abweichungen von dieser zufälligen Verteilung beachtete das Team in seinen Berechnungen.

Zum jetzigen Zeitpunkt haben 7,4 Prozent der Flüchtlinge einen Diabetes mellitus Typ 2 entwickelt. In ärmeren Wohngebieten sind den Ergebnissen zufolge 22 Prozent mehr Studienteilnehmer erkrankt als in Gegenden mit besserem Einkommen. Da die Wissenschaftler in ihrer Studie bisherige Wohnortwechsel der Flüchtlinge nicht erfassten, könnte der Einfluss sogar noch größer sein.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kam jüngst eine Studie aus den USA. Sie betrachteten die Unterschiede im Verkauf frischer Ware in Supermärkten sowie das Sport- und Freizeitangebot in sechs verschiedenen Regionen. Das Risiko an der Zuckerkrankheit war in Gegenden mit besserem Angebot deutlich geringer als in anderen Regionen der Staaten.

Quelle: Dr. Julia Hofmann13.05.16Zum AnfangZurück

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