Übergewicht: Familiärer Stress als Ursache

Übergewicht und Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen nehmen zu und sind mit verschiedenen Gesundheitsrisiken verbunden. Bislang kaum beachtete Ursachen sind möglicherweise in familiärem Stress zu suchen, so US-Forscher. Sie identifizierten drei wesentliche familiäre Stressfaktoren.

 

 

Stress: Elterntrennung, finanzielle Probleme, kranke Mutter

 

Anhaltender Stress in der Familie steht mit der Entwicklung von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen bis zum Alter von 18 Jahren in Zusammenhang, zeigt eine US-Studie, die im Journal "Preventive Medicine" veröffentlicht wurde. Demnach machen die Forscher drei hauptsächliche Stressoren für die Gewichtszunahme verantwortlich.

 

 

Übergewicht in der Kindheit und Jugend sind mit Stoffwechselkrankheiten wie der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen, Gelenkproblemen und anderen gesundheitlichen Störungen verbunden, die teilweise zu weiteren schweren Erkrankungen der Gefäße und des Herzens führen können.

 

Die Daten der zwischen 1975 bis 1990 geborenen über 4.700 Heranwachsenden zeigen, dass Familientrennung, finanzieller Stress und eine schlechte mütterliche Gesundheit Belastungsfaktoren sind, die Kinder und Jugendliche an Gewicht zulegen lassen können. Besonders Mädchen leiden unter diesen Stressoren. Jungen reagierten mit dem Gewicht vor allem auf den Stressfaktor "schlechte mütterliche Gesundheit".

 

 

Vorsorge sollte familiäre Faktoren berücksichtigen

 

Die Ergebnisse zeigen, dass Mädchen und Jungen verschieden auf Stress reagieren und ein Fokus beim Thema Übergewicht auch dem familiären Umfeld gelten sollte. Kennt man die individuellen familiären Stressoren, kann man möglicherweise auch dagegen steuern, so die Forscher. Es reiche möglicherweise nicht aus, in Präventionsprogrammen allein an den Ernährungsgewohnheiten und der körperlichen Aktivität anzusetzen. Programme sollten auch Unterstützung und Beratung hinsichtlich finanzieller und anderer Probleme in der Familie leisten. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann20.04.15Zum AnfangZurück

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