Tattooentfernung: Besser beim Arzt

Erst geliebt, dann überholt - Tattoos sind langlebiger als es Ihre Träger oftmals wünschen. Ein ganzer Markt hat sich entwickelt, der Entfernung verspricht. Doch Vorsicht: Laserangebote gehören in professionelle Hände.

So manche Jugendsünden machen erst Jahrzehnte später zu schaffen. Ganz besonders trifft das auf Tattoos zu, wenn etwa der Name des einst geliebten Menschen noch immer auf dem Oberarm prangert oder Motive verblassen, nicht mehr aktuell sind und sich einfach die Persönlichkeit weiterentwickelt hat. Etwa zehn Prozent der Tattooträger wollen den Körperschmuck wieder los werden.

 

Tattooentfernung mit neuester Technik

Der Markt um die Tattooentfernung ist groß und wächst weiter. Neue Techniken werden entwickelt und behördliche Kontrollen oder Ähnliches gibt es nicht. Umstrittene Verfahren wie Abschleifen, Milchsäurebehandlungen oder gar Transplantationen kommen ebenfalls zur Anwendung.

Die Tattooentfernung sollte aber mit einem guten Lasergerät durchgeführt werden. Der Hautarzt Klaus Hoffmann, Leiter des Laserzentrums Nordrhein-Westfalen, ist Experte auf dem Gebiet. Er arbeitet mit dem modernen Lasergerät "Picosure", das 300.000 Euro kostet. Ultrakurze Energieimpulse zersetzen die Farbpigmente in der Haut, sodass diese dann vom Körper abtransportiert werden. Bis zu 15 Patienten behandelt er täglich. Die Behandlung ist schonend und schmerzarm.

Doch neben Medizinern entfernen auch medizinische Laien in Kosmetikstudios, Tattoostodios oder andere Geschäften die ungeliebten Bilder. Dort mag die Entfernung günstiger sein, sie verfügen aber weder über die neueste Technik noch über entsprechende medizinische Kenntnisse.  Der Bundesverband Deutscher Dermatologen fordert, das Verfahren nur noch Ärzten zu erlauben. Das Lasern von Tattoos befindet sich hierzulande anders als etwa in Dänemark in einer rechtlichen Grauzone. Jeder macht, was er will, so Hoffmann.

 

Profis zur Entfernung

Die Prozedur erfordert fachliche Kenntnisse und ist relativ teuer. Nur 100 bis 200 Euro fordern oftmals Tattoostudios, Behandlungen bei Hoffmann kosten 300 bis 500 Euro pro Sitzung. Je nach Größe des Tattoos landet man da schnell bei einem vierstelligen Betrag, wobei die Krankenkasse keine Zuschüsse leistet. Dafür hat man eine unbedenkliche, professionelle Entfernung, denn die tattoofreie Haut will schließlich mit dem gleichen Stolz präsentiert werden wie dies einst mit dem neuen Tattoo als Schmuck der Fall war.

Über das Ärztenetzwerk http://doc-tattooentfernung.com/ werden Patienten und Profis zusammengebracht.

 

 

Quelle: Dr. Julia Hofmann, Ärztezeitung21.08.14Zum AnfangZurück

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