Tattoo: Gut für die Gesundheit?

Bislang wurden meist eher die möglichen negativen Folgen von Tattoos auf die Gesundheit diskutiert. Forscher warten jetzt mit einer guten Nachricht auf: Tattoos könnten helfen, Infektionen abzuwehren. Denn die Träger von Tätowierungen haben möglicherweise ein verändertes Immunsystem, das häufig vorkommenden Infektionen besser Paroli bieten kann.


Wer mehrere Tattoos trägt, weist besseres Immunsystem auf

Eine aktuelle Studie im "American Journal of Human Biology" zeigt nicht nur, dass Tattoos als Immunsystem-Booster wirken, sondern auch, dass der beste immunsystemschärfende Effekt durch gleich mehrere Tattoos bei einer Person zu erwarten ist. 

Den Ergebnissen der Studie liegt eine Untersuchung an 29 Personen zwischen 18 und 47 Jahren zugrunde, die Tattoos im Rahmen von drei Tattoostudien in Leeds, Großbritannien und Tuscaloosa in Alabama erhalten hatten. In Speichelproben vor und nach dem Stechen der Tattoos untersuchten Wissenschaftler der University of Alabama bestimmte Antikörper, die in der Abwehr häufiger Infektionen wie Erkältungen zuerst reagieren. Dabei handelt es sich um sogenannte IgA-Antikörper. Zugleich erfassten die Forscher Daten zu der Menge an Tatoos bei einer Person, dem Zeitpunkt des Stechens und zum Prozentsatz der Körperoberfläche, die mit Tattoos bedeckt war.

Demnach wiesen Studienteilnehmer, die ihr erstes Tattoo erhalten hatten, signifikant weniger Antikörper im Speichel auf. Dies ist als Reaktion auf die Schmerzen und den erhöhten Stress zu werten. Nach einem ersten Tattoo könnte demnach eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen bestehen. 

Personen aber, die mehrere Tattoos trugen, wiesen eine weniger ausgeprägte Erniedrigung der Antikörper auf, wenn sie ein neues Tattoo erhielten. Dies deutet auf eine bessere Anpassungsfähigkeit der Immunsystems hin, das eher stärker ist, wenn es der Herausforderung eines neu gestochenen Tattoos mit den umstrittenen Wirkstoffen ausgesetzt ist.


Forscher: Immunreaktion auf erstes Tattoo wie Muskelkater

Nach der Stressantwort des Immunsystems aufgrund eines gestochenen Tattoos ist normalerweise damit zu rechnen, dass sich wieder ein Gleichgewicht einstellt, so die Wissenschaftler. Das Stechen folgender Tattoos jedoch könnte diese Rückkehr ins Gleichgewicht vielleicht verhindern und für ein geschärftes Immunsystem sorgen, das Infektionen eher widersteht.

Die Wissenschaftler vergleichen die Vorgänge im Immunsystem als Reaktion auf Tattoos mit der Reaktion der Muskeln auf Bewegung. Während Untrainierte zunächst Muskelkater entwickeln werden, lässt sich dieser durch stetiges Training reduzieren und der Körper kommt mit dem Stress durch die körperliche Beanspruchung besser zurecht.  

Tattoos gerieten immer wieder in die Kritik, weil es zu allergischen Reaktionen auf Bestandteile der verwendeten Farbstoffe kommen kann. Möglich sind auch Entzündungen sowie die Übertragung von Krankheitserregern und Vergiftungserscheinungen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann22.03.16Zum AnfangZurück

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