Senioren: Zu viele Medikamentenkombinationen

Immer mehr ältere Menschen nehmen viele verschiedene Medikamente ein, die nicht unbedingt alle der Arzt verschrieben hat. Darunter kann es auch gefährliche Kombinationen geben, wissen Ärzte und belegen jetzt auch US-Wissenschaftler.


Omega-3-Fischöl ist bei Älteren beliebt

In der Verwendung von Medikamenten bei Senioren sind Veränderungen zu verzeichnen, so Dima Mazen Oato der University of Illinois in Chicago. Dabei kommen oftmals Kombinationen aus verschriebenen Medikamenten, frei verkäuflichen Arzneien und Nahrungsergänzungsmitteln zum Einsatz, die tödliche Nebenwirkungen haben können. Die Wissenschaftler hatten die Medikamenteneinnahme an einer repräsentativen Gruppe von Senioren im Alter zwischen 62 und 85 Jahren erfasst.

Der Untersuchung zufolge nehmen ältere Menschen mindestens fünf verschriebene Medikamente ein. Damit ist in den USA von 2006 bis 2011 ein deutlicher Zuwachs zu verzeichnen. Mögliche Ursachen liegen in Veränderungen von Krankenversicherungsprogrammen, Behandlungsrichtlinien und Verfügbarkeit von Generika.

Immer mehr Senioren nehmen auch Nahrungsergänzungsmittel ein, auch wenn der gesundheitliche Nutzen oftmals nicht klar belegt ist. Hier war im Untersuchungszeitraum ein Anstieg von 51,8 Prozent auf 63,7 Prozent zu verzeichnen. Die Zahl der Älteren, die gleich mehrere Nahrungsergänzungsmittel einnahmen, stieg um mehr als die Hälfte an. Besonders häufig wurden Omega-3-Fischöle eingenommen. Dass dies mit Herzkreislaufvorteilen verbunden ist, ist aber offiziell nicht eindeutig bewiesen.


Arzneikombinationen ergeben oftmals erhöhtes Herzkreislaufrisiko

In der Studie ließen sich 15 potentiell tödliche Medikamentenkombinationen identifizieren. Annähend 15 Prozent der untersuchten Senioren nahmen 2011 regelmäßig wenigstens eine der identifizierten gefährlichen Kombinationen ein. 2005 waren das nur acht Prozent.

Mehr als die Hälfte der gefährlichen Arzneimittelkombinationen enthielt ein nicht verschreibungspflichtiges Medikament oder ein Nahrungsergänzungsmittel. Am häufigsten enthielten diese Kombinationen Medikamente, die vor einem Herzinfarkt schützen sollen, und Supplemente und hier v. a. Omega-3-Fischöl.

Oftmals werden Kombinationen von Medikamenten eingenommen, um das Herzkreislaufrisiko zu senken. Den Wissenschaftern zufolge ist aber nicht selten mit einer gegenteiligen Wirkung zu rechnen. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann31.03.16Zum AnfangZurück

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