Senioren: Familienbande für langes Leben

Haben Senioren enge familiäre Beziehungen, könnte das zu einem langen Leben beitragen. Einer aktuellen Untersuchung zufolge vermindern enge Familienbande die Wahrscheinlichkeit zu sterben. Freunde sind zwar auch wichtig, haben aber nicht die gleichen Auswirkungen auf das Sterberisiko.


Familie hält Senioren gesund

"Ältere Menschen, die mehr Kontakt zu ihrer Familie haben, tragen ein geringeres Risiko zu sterben", so James Iveniuk, Biostatisker der University of Chicago. Er leitete eine Studie und nutzte die Daten einer großen nationalen Erhebung von Daten zum Altern und der Gesundheit (National Social Life, Health and Aging Project, NSHAP), um herauszufinden, wie soziale Netzwerke die Lebenslänge beeinflussen.

Die älteren Studienteilnehmer waren dazu angehalten, ihre fünf engsten Vertrauten zu benennen, diese Beziehungen detailliert zu beschreiben und anzugeben, wie eng sie sich mit jeder dieser Personen verbunden fühlen. Ehepartner nicht eingeschlossen, wiesen Senioren durchschnittlich 2,91 engere Beziehungen auf, die sie meist als unterstützend empfanden.

Ältere Menschen, die sich Familienangehörigen der eigenen Familie sehr nahe fühlten, wiesen in den folgenden fünf Jahren ein sechsprozentiges Sterberisiko auf. Wer kein so enges Verhältnis zu den selbst genannten Familienmitgliedern hatte, hatte eine 14-prozentige Wahrscheinlichkeit, in den nächsten fünf Jahren zu sterben. Auch Senioren, die mehr Familienangehörige listeten, waren gegenüber jenen, die weniger familiäre Bande hatte, im Vorteil.
 

Mehrere Faktoren sind für langes Leben bedeutsam

Nahe Freunde hatten offenbar keinen Einfluss auf die Sterbewahrscheinlichkeit. Die Wissenschaftler konnten vier Faktoren ausmachen, die die Wahrscheinlichkeit eines bevorstehenden Todes reduzieren. Verheiratet sein, ein größeres soziales Netzwerk, Engagement in sozialen Organisationen und das Gefühl von Nähe zu Vertrauten waren wesentlich.

Interessant war, dass die Ehe unabhängig von ihrer Qualität einen positiven Einfluss auf die Langlebigkeit hatte. Es war nicht entscheidend, ob die Ehe als unterstützend empfunden wurde oder nicht. Entscheidend war möglicherweise allein der eheliche Bund. 

Den Forschern zufolge, sei die Bedeutung enger familiärer Beziehungen für Senioren und ihre Langlebigkeit nicht zu unterschätzen. Ergebnisse der Studie wollen die Wissenschaftler anlässlich des Jahrestreffens der American Sociological Association (ASA) in Seattle vorstellen. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann31.08.16Zum AnfangZurück

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