Schrittmacher lässt Pfunde purzeln

Stark übergewichtige Menschen können in Zukunft möglicherweise auf eine Gewichtsreduktion hoffen, die über einen Neuroregulator erreicht werden kann. Ein Gerät ähnlich einem Herzschrittmacher senkt dabei über Nervenreize den Appetit und die Pfunde beginnen zu purzeln. Für jeden Übergewichtigen soll das nun von der US Food and Drug Adminsitration (FDA) zugelassene Gerät aber nicht sein und Abnehmversuche muss es schon länger gegeben haben.

 

 

Neuroregulator drosselt Appetit

 

Der von der FDA neu für den Vertrieb zugelassene Neuroregulator blockiert den Vagusnerven im Bauchraum und hemmt so den Appetit. Ähnlich dem Herzschrittmacher lässt sich das Steuergerät unter der Haut einpflanzen. Die Elektroden werden am Nervus Vagus im Bereich des Übergangs von der Speiseröhre zum Magen befestigt.

 

Abgegebene elektrische Impulse hemmen die Aktivität des Nerven, sodass der Appetit nachlässt und eine Gewichtsabnahme folgt. Eine im amerikanischen Ärzteblatt veröffentliche Herstellerstudie zeigte an Patienten mit krankhafter Fettleibigkeit und einem Body Mass Index (BMI) zwischen 35 und 40, dass die absolute Gewichtsreduktion beeindruckend war. Der BMI ist der Körpermasseindex. Er erlaubt die Bewertung des Körpergewichts im Verhältnis zur Körpergröße.

 

 

Nervenhemmung nicht ohne Nebenwirkungen

 

Das Gerät darf bei Menschen mit einem BMI zwischen 35 und 40 eingesetzt werden, wenn aufgrund des Übergewichts bereits eine Folgeerkrankung wie die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) besteht. Bei einem BMI über 40 darf der Neuroregulator auch bei fehlender Folgeerkrankung eingesetzt werden. Voraussetzung ist jedoch der vorbestehende fünfjährige Versuch der Gewichtsabnahme mit einer Diät und Bewegung, die gescheitert ist.

 

 

Ganz nebenwirkungsfrei ist die Behandlung jedoch offenbar nicht. Übelkeit und Erbrechen, chirurgische Komplikationen und Schmerzen im Bereich des implantierten Steuergerätes sind möglich. Schmerzen, Schluckprobleme, Sodbrennen, Aufstoßen und leichte Übelkeit sind leichtere Beschwerden.

Quelle: Dr. Julia Hofmann28.01.15Zum AnfangZurück

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