Schlechter Schlaf? E-book könnte Ursache sein

E-books emittieren Licht, das die innere Uhr und den Schlaf stören kann, ergab eine aktuelle Untersuchung. Ursache ist der hohe Blauanteil des Lichts. Besonders das abendliche Lesen mit den Geräten kann das Einschlafen verzögern. Auch die Schlafqualität leidet. Forscher befürchten weitere gesundheitliche Konsequenzen.

 

 

Elektrisches Licht hat hohen Blauanteil

 

Lesen wirkt auf viele Menschen einschlaffördernd, zumindest, wenn die Lektüre nicht allzu spannend ist. Das gilt aber nur für klassische Bücher, denn das Lesen von e-books kann einen gegenteiligen Effekt haben, zeigt eine Studie, die in den "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlicht wurde. Denn das helle Licht der Bildschirme stört die innere Uhr und den Schlaf-Wachrhythmus. Vier Stunden Lesezeit am e-book können den Ruhemodus demnach um 1,5 Stunden verzögern. Ursache ist der hohe Anteil an blauem Licht, das die Ausschüttung des Hormons Melatonin herabsetzt.

 

US-Forscher hatten zwei Wochen lang zwölf gesunde Erwachsene untersucht, die vor der Schlafenszeit vier Stunden lang entweder ein e-book oder eine normales Buch lasen. Dies taten sie fünf Abende lang, um dann einen Tag Pause zu haben und anschließend jeweils auf das andere Lesemedium zu wechseln.

 

 

Schlechterer Schlaf und weitere Gesundheitsrisiken

 

Beim Lesen von e-books brauchten die Teilnehmer durchschnittlich zehn Minuten länger, um in den Schlaf zu finden. Daneben waren nach dem Lesen im e-book die Traumphasen, bekannt als REM (Rapid Eye Movement)-Phasen, um annähernd zwölf Minuten kürzer als nach dem Lesen eines gewöhnlichen Buches. E-book-Nutzer waren auch am Morgen müder und weniger ausgeschlafen.

 

Der Effekt der Bildschirme wirkt auf das Schlafhormon Melatonin. Die Ausschüttung des Hormons war um 55 Prozent reduziert. Dies könnte auch noch schwerere gesundheitliche Konsequenzen nach sich ziehen. Es gilt als erwiesen, dass eine verminderte Melatoninproduktion das Krebserkrankungsrisiko erhöht. Dies gilt für Krebs der Prostata, des Darmes und der Brust. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann06.01.15Zum AnfangZurück

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