Prostatakrebs: Familiengeschichte als Hinweis

Männer mit Erkrankungsfällen von Prostatakrebs in der Familie tragen ein höheres Risiko, selbst zu erkranken. Nicht immer muss Krebs der Vorsteherdrüse aber behandelt werden. Allerdings gibt es auch aggressive Krebsformen. 


Prostatakrebs: Nicht immer bemerkt

Erstmalig ermittelten schwedische Forscher der Umea Universität und der Universität Lund das Risiko für das Prostatakarzinom bei Männern, die bereits Erkrankungsfälle in der Familie haben. So tragen Männer mit erkrankten Brüdern ein doppelt so hohes Risiko wie Männer der Allgemeinbevölkerung, selbst Prostatakrebs zu entwickeln. Die Studie erschien im "Journal of the National Cancer Institute".

Prostatakrebs äußert sich häufig als schmerzunempfindlicher Knoten, der oftmals eine gute Prognose hat und nicht immer therapiebedürftig ist. Auch wird er nicht immer erkannt und manche Männer leben bis ins hohe Alter unwissentlich mit Tumor. Aggressive Tumoren werden jedoch behandelt. Es ist deshalb wichtig, verschiedene Typen des Krebses zu unterscheiden. Die schwedischen Forscher untersuchten deshalb die Risiken anhand von 50.000 Männern, deren Brüder oder Väter an Prostatakrebs erkrankt waren.


Experten empfehlen Screeninguntersuchung

Erkrankte Brüder steigerten das Krankheitsrisiko, selbst vor Erreichung des 75. Lebensjahres an Prostatakrebs zu erkranken um 30 Prozent. Ohne Prostatakrebs in der Familie beträgt das Risiko nur 13 Prozent. Das Risiko für einen aggressiven Tumor belief sich bei Krebs in der Familie auf neun  Prozent, ohne Krebs in der Familiengeschichte dagegen nur auf fünf Prozent. Besonders riskant erwies sich eine Erkrankung des Vaters und eines Bruders. Anhand der Aggressivität der Tumoren von Familienmitgliedern ließ sich allerdings nicht abschätzen, ob der eigene Krebs ähnlich geartet war.

Die Wissenschaftler empfehlen Männern, die nähere Verwandte mit Prostatakrebs haben, eine Screeninguntersuchung. Dies sollten ab einem Alter von etwa 40 Jahren beginnen. Bei dieser Untersuchung ist eine Blutentnahme nötig, in der das prostataspezifische Antigen (PSA) bestimmt wird. Zusätzlich kommen weitere Untersuchungen der Vorsteherdrüse in Frage.

Quelle: Dr. Julia Hofmann19.07.16Zum AnfangZurück

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