Nierenschäden durch Magenmedikamente?

Medikamente, die häufig bei Sodbrennen und Magenproblemen zum Einsatz kommen, könnten zu Nierenschäden und schweren Nierenkrankheiten führen, warnen Wissenschaftler. Wichtig ist, diese Medikamente nur einzunehmen, wenn das wirklich nötig ist und die Therapie so kurz wie möglich zu gestalten.


Studie vergleicht Medikamente, die die Magensäure hemmen

Sogenannte Protonenpumpenhemmer (PPI) reduzieren die Bildung der Magensäure und helfen deshalb bei Krankheiten wie Sodbrennen, Magenschleimhautentzündung oder Magengeschwüren. Medikamente dieser Stoffklasse sind z. T. in der Apotheke frei erhältlich, sodass Behandlungen möglicherweise nicht unter ärztlicher Anleitung stattfinden. 

Dass PPI die Nieren schädigen können, ist das Ergebnis der Untersuchung einer großen Menge gesammelter Patientendaten der Veterans Affairs. Dabei handelt es sich um eine nationale US-Datenbank. Der Untersuchung liegt der Vergleich von einer fünfjährigen Behandlung mit PPI bei 173.000 Patienten und einer Therapie mit einer anderen Klasse von Magenmedikamenten, sogenannten H2-Blockern an 20.000 Patienten zugrunde. H2-Blocker hemmen ebenfalls die Säureproduktion im Magen.



Forscher: Bei nötiger PPI-Therapie Behandlungszeitraum kurz halten

Die in der im "Journal of the American Society of Nephrology" veröffentlichte Studie zeigt, dass Patienten mit PPI-Behandlung häufiger Einschränkungen ihrer Nierenfunktion erfuhren. Das Risiko der Entwicklung einer chronischen Nierenerkrankung war gegenüber Patienten mit H2-Blockertherapie um 28 Prozent erhöht. PPI-Behandelte trugen zudem ein um 96 Prozent erhöhtes Risiko für ein komplettes Nierenversagen.

Die Forscher warnen: Je länger die Einnahme von PPI, desto größer ist das Risiko der Entwicklung von Nierenproblemen. Die Medikamente sollten nur eingesetzt werden, wenn sie medizinisch tatsächlich notwendig sind. Auch die Dauer der Behandlung sollte so kurz wie möglich gehalten werden. Viele Patienten nehmen PPI jedoch in Eigenregie und oftmals auch deutlich länger, als dies der Fall sein müsste.

Quelle: Dr. Julia Hofmann29.04.16Zum AnfangZurück

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