Musik lindert Beschwerden bei Krebs

Musik hat viele positive Auswirkungen und wird auch in der Therapie verschiedener Patientengruppen eingesetzt. Dass Musik auf Beschwerden von Krebserkrankten positiv wirkt, belegt jetzt eine Analyse von Forschungsarbeiten der Cochrane Library.


Musik kann Angst deutlich senken

Eine systematische Studienanalyse der Cochane Collaboration zeigt, dass Musik viele Beschwerden von Krebspatienten wirksam lindern kann. Es ließen sich Angst, Schmerzen und starke Erschöpfungssymptome im Rahmen der sich bei Krebspatienten häufig einstellenden Fatigue signifikant reduzieren. Musikinterventionen halfen, die Lebensqualität zu verbessern.

Joke Bradt der Drexel University von Pennsylvania und sein Team werteten Studien aus, die die Auswirkungen der Musiktherapie und der Musikmedizin auf die Psyche und den Körper von Patienten mit Krebserkrankungen untersuchten. Sie konnten 52 Studien mit mehr als 3.700 Patienten zugrunde legen. In 23 Untersuchungen war die Musiktherapie eingesetzt worden, 29 Studien wurden als Musikmedizin klassifiziert. Unter den Begriff Musikmedizin fällt zum Beispiel das Abspielen von Musik durch einen Arzt und das Pflegepersonal.

Alle Arten der Anwendung von Musik konnten die Angst von Studienteilnehmern moderat bis stark senken. Auch hinsichtlich von Schmerzen zeigte sich eine deutliche Wirkung im Sinne einer Verbesserung. Weniger ausgeprägt war die Effektivität für die Fatigue. 


Forscher: Musikbehandlung sollte in Therapien eingehen

Interessant waren aber auch die Musikwirkungen auf den Körper und seine Funktionen, auch wenn diese nicht ganz so eindrucksvoll waren: Musik reduzierte die Herzfrequenz und Atemfrequenz leicht und auch der Blutdruck sank etwas. Einzelne Studien sind auch zu dem Ergebnis gekommen, dass Musik geeignet ist, um Betäubungsmittel und Schmerzmittel zu reduzieren sowie auch die Zeit der Erholung und der Krankenhausaufenthaltsdauer zu senken. Hier sind den Forschern zufolge jedoch weitere Studien nötig, bis das als bewiesen angesehen werden kann.

Bezüglich der Lebensqualität schien Musiktherapie etwas besser zu wirken als Musikmedizin. Dies traf aber nicht auf die anderen untersuchten Inhalte zu. Die Wissenschaftler hoffen, dass Musiktherapie und -medizin zukünftig häufiger in die Behandlung krebskranker Menschen Eingang findet. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann29.08.16Zum AnfangZurück

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