Knieverschleiß: Vitamin D wirkungslos

Auffällig viele Menschen mit einer Kniegelenksarthrose zeigen einen Vitamin-D-Mangel im Blut. In der Behandlung bringt das Vitamin jedoch keine Vorteile.


Betroffene haben oft niedrige Vitamin-D-Werte

Etwa 13 Prozent der Frauen und zehn Prozent der Männer über 60 Jahre weisen schmerzhafte Verschleißerscheinungen in den Knien auf. Verglichen mit Gesunden haben Menschen mit Kniegelenksarthrosen häufig niedrige Konzentrationen an Vitamin D im Blut. Ein Vitamin-D-Mangel gilt deshalb als Risikofaktor, Arthrosen im Knie zu entwickeln.
Da das Vitamin bekanntermaßen in den Knorpelstoffwechsel eingreift, widmete sich ein Forscherteam der Universität von Tasmanien der Frage, ob eine Behandlung mit Vitamin D das Knorpelvolumen am Schienbein verbessern und so die Beschwerden Betroffener lindern könnte.


Monatlich hochdosierte Vitamin-D-Gaben

An der Studie nahmen 413 Patienten im Alter zwischen 50 und 79 Jahren teil, die unter einer Kniearthrose litten und gleichzeitig zu niedrige Vitamin-D-Spiegel aufwiesen. Über zwei Monate erhielten die Studienteilnehmer wiederholt 50.000 IE (Internationale Einheiten) Vitamin D oder ein Plazebopräparat. Bei 79 Prozent der mit Vitamin D Behandelten war der Wert zum Ende der Studie auf einen Wert im Normbereich angestiegen. Knorpelschäden und Beschwerden der Patienten wiesen jedoch keine Verbesserungen auf.

Es ist unklar, ob die Forscher um Changhai Ding bei höheren Dosierungen zu einem anderen Ergebnis gekommen wären. Da zu hohe Vitamin-D-Gaben jedoch zu erhöhten Kalziumkonzentrationen im Blut führen, kommen sie therapeutisch nicht in Frage. So bleibt Betroffenen weiterhin nur die Behandlung mit schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten oder der künstliche Ersatz des Kniegelenks in einem operativen Eingriff. Die Wissenschaftler veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie im Amerikanischen Ärzteblatt.

Da der Körper UV-Strahlung benötigt, um das entzündungshemmende und Immunsystem stärkende Vitamin D aus einer Vorstufe zu bilden, ist ein Mangel bei Mittel- und Nordeuropäern durch die geringe Sonneneinstrahlung häufig. In Nahrungsmitteln ist das Vitamin nicht in für den Körper ausreichenden Mengen vorhanden. Um den Risiken eines Mangels vorzubeugen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) den Bedarf durch Nahrungsergänzungsmittel zu decken.

Quelle: Dr. Julia Hofmann24.03.16Zum AnfangZurück

Quellenangabe für Zitate

Inhalte dieser Webseite dürfen für kommerzielle und nichtkommerzielle Zwecke ohne Rückfragen auszugsweise zitiert werden. Bedingung dafür ist die Einrichtung des folgenden Links als Quelle des Zitates: