Kniearthtrose

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Wissen zu Kniearthtrose

Kniegelenksarthrose bezeichnet häufig vorkommende verschleißbedingte entzündliche Veränderungen im Kniegelenk, die zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen. Es finden sich Veränderungen an Knorpelflächen von gelenkbildenden Knochen, die bis zur Knorpelzerstörung reichen. Verletzungen etwa an Kreuzbändern oder Meniskus können die Veränderungen verstärken und beschleunigen.

Normalerweise wirkt der Knorpel als Stoßdämpfer, er federt Belastungen ab und sorgt für eine Druckverteilung. Bei Kniearthrose kann der veränderte beziehungsweise geschwundene Knorpel diese Funktion nicht mehr wahrnehmen. Es kommt zu Schmerzen bei Belastungen und je nach Ausprägung der Arthose zu mehr oder weniger ausgeprägten Bewegungseinschränkungen. Arthrose entwickelt sich meist langsam über viele Jahre. Anfangsbeschwerden werden oftmals auf die leichte Schulter genommen, sodass der Prozess fortschreitet.

Ursachen

Alterbedingter Verschleiß allein kann nicht als zufriedenstellende Ursache für den Knieverschleiß angesehen werden, da viele ältere Menschen kaum Verschleiß aufweisen, die Kniearthrose aber häufiger auch jüngere Menschen um die 30 Jahre betrifft.

Mögliche Ursachen der Kniearthrose:

  • Übergewicht
  • Chronische Überlastung
  • Fehlstellung und Fehlbelastung
  • Verletzungen und Unfälle
  • Gelenkentzündungen

Diagnose zu Kniearthtrose

Die Schilderung der Beschwerden, Zeitpunkt des Auftretens, Entwicklung der Beschwerden über die Zeit, Lebensgewohnheiten wie Ernährung und Sport sowie das Gewicht, können den Verdacht bereits auf die Kniearthrose lenken.

Auch Unfälle und Verletzungen sowie Entzündungen sind bedeutsam.

In der körperlichen Untersuchung prüft der Arzt Haltung und Gang. Fehlhaltungen und -stellungen als Ursache für Fehlbelastungen, lassen sich erkennen.
Das Abtasten dient der Feststellung von Druckempfindlichkeiten und Schwellungen.
Prüfungen der Beweglichkeit zeigen Bewegungen, die im Alltag zu Einschränkungen führen.

Bei Verdacht auf Kniearthrose folgt eine bildgebende Diagnostik wie
  • Röntgenuntersuchung: Der Gelenkspalt ist bei Kniearthrose möglicherweise schmaler. Je stärker die Arthose desto schmaler der Gelenkspalt.
  • Ultraschalluntersuchung: Weichteile wie Muskeln, Bänder, Gelenkkapsel und Flüssigkeiten etwa bei einem Gelenkerguss lassen sich darstellen.
  • Magnetresonanztomografie: Genaue Darstellung von Bändern, Sehnen und Muskeln
  • Kniegelenkspiegelung: Kleine Schnitte am Kniegelenk ermöglichen das Einführen kleiner Instrumente, mit denen der Arzt Kniegelenksveränderungen sichtbar macht. Auch kleinere Eingriffe lassen sich ausführen.
  • Gelenkpunktion: Bei einem Gelenkerguss lässt sich mit einer Spritze Flüssigkeit gewinnen, die dann ein Labor etwa auf Keime untersucht. Zugleich kann die Punktion therapeutisch sinnvoll sein, um den Druck im Knie zu senken.

Symptome

Zu Beginn der Kniearthrose sind die Beschwerden oftmals gering. Mit fortschreitenden Veränderungen im Kniegelenk kommt es jedoch zumehmend zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.

Typisch für Kniearthrose sind:
  • Anlaufschmerzen: Schmerzen nach dem Aufstehen und zu Beginn der Belastung. Die Schmerzen bessern sich mit der Bewegung.
  • Schmerzen beim Treppensteigen, auf unebenem Gelände und beim Bergabgehen
  • vermehrte Schmerzen bei starker körperlicher Belastung
  • Geräusche beim Bewegen des Kniegelenks wie Knacken oder Knirschen

Bei fortgeschrittener Arthrose sind auch Schmerzen im Ruhezustand möglich.

Behandlung zu Kniearthtrose

Je früher die Behandlung einsetzt, desto eher lässt sich die Funktion des Kniegelenks erhalten und die weitere Zerstörung des Kniegelenknorpels verzögern. Auch geringe Schmerzen sollten deshalb zu einem Arztbesuch führen.

Sinnvolle Behandlungen bestehen in:
  • körperlicher Bewegung durch gelenkschonende sportliche Aktivität. Denn Bewegung ist für die Ernährung und den Funktionserhalt des Gelenkknorpels sehr wichtig.
  • Gewichtsreduktion bei Übergewicht. Jedes Kilo zuviel belastete die Gelenke um ein Vielfaches.
  • Krankengymnastik: Zur Stärkung der Muskulatur und Verbesserung der Beweglichkeit.
  • Physikalische Therapie: Wärme - und Kältebehandlungen.
  • Elektrotherapie wie die Transkutane Elektrische Nerven-Stimulation: Elektrische Ströme und Reize unterbinden die Schmerzweiterleitung und führen unter anderem über eine verbesserte Durchblutung zur Regeneration von Gewebe.
  • Akupunktur: Akupunktur kann Schmerzen bei Arthrose lindern.

Bei Fehlbelastungen kommen möglicherweise spezielle Schuheinlagen oder Schuhe sowie andere orthopädische Maßnahmen zum Einsatz.

Medikamentöse Behandlungen erfolgen durch die Einnahme von Schmerzmitteln und dem Spritzen von Medikamenten direkt in das Gelenk zur Entzündungshemmung oder besseren Gleitfähigkeit der Gelenkflächen. Diese Maßnahmen versprechen nach aktuellen Erkenntnissen jedoch keinen längerfristigen Erfolg.

Ähnliches gilt für die Kniegelenkspiegelung, bei das Gelenk gespült, der Knorpel geglättet und möglicherweise sogar durch künstlichen Knorpel ersetzt wird.

Ist die Funktion des Gelenks dauerhaft sehr stark beeinträchtigt und der Schaden im Knie sehr groß, sodass Bewegung nur noch schwer möglich ist, kommt der Ersatz durch ein künstliches Gelenk in Frage.

Selbsthilfe zu Kniearthtrose

Kniebeschwerden sollten bereits in der Frühphase Beachtung finden. Jeder kann etwas für die Gesundheit seiner Kniegelenke tun:

  • Normalgewicht halten, Übergewicht vermeiden
  • Moderate, gelenkschonende Sportarten wie Walken, Schwimmen und Wassergymnastik oder Radfahren betreiben. Extremsportarten und Überlastungen vermeiden. Regelmäßige Bewegung erhält die Gelenkfunktion. Dabei gilt: Viel bewegen und wenig belasten
  • Kein Alkohol und kein Nikotin
  • Akupunktur: Akupunktur lindert Schmerzen. Die Therapie wird von den Krankenkassen meist bezahlt

Daten/Fakten zu Kniearthtrose

Kniearthrose ist eine häufige Erkrankung, die mit zunehmendem Alter vermehrt auftritt. Doch auch junge Menschen sind betroffen.
In Deutschland entwickeln etwa 27 Prozent der Frauen und 17 Prozent der Männer in ihrem Leben eine Kniearthrose.
Bis zu 40 Prozent der über 70-Jährigen ist betroffen.

Gängige Arthrosetherapien sind oft nicht so wirksam, wie sich viele erhoffen. Insbesondere Gelenkspritzen mit entzündungshemmenden und gleitfördernden Wirkstoffen sind von geringem Nutzen, so eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung. Auch Gelenkspiegelungen mit Gelenkspülungen sind oft wenig wirksam, so das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).
Autor: Hofmann, Julia14.08.2014

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