Kleine Bildschirme im Kinderzimmer rauben Schlaf

Auch wenn Kinder Smartphones oder andere Geräte mit kleinen Bildschirmen lieben, im Kinderzimmer können sie für unzureichenden Schlaf sorgen, so das Ergebnis einer in der Fachzeitschrift "Pädiatrics" veröffentlichten Untersuchung.

 

 

Sorgt Technik im Kinderzimmer für Schlafmangel?

 

Inadäquater oder nicht ausreichender Schlaf gilt als potentieller Risikofaktor für Übergewicht, koronare Herzerkrankung, Bluthochdruck und Schlaganfall. Bei Kindern wirkt sich guter Schlaf auch positiv auf die psychische und soziale Gesundheit sowie die Schulleistung aus. Unglücklicherweise hat sich die Schlafdauer von Kindern im letzten Jahrzehnt stetig verkürzt.

 

Möglicherweise kann dafür der Einzug moderner Technik verantwortlich gemacht werden, denn viele Kinder und Jugendliche verbringen viel Zeit mit neuen Medien, manchmal sogar mit der Zeitdauer vergleichbar, die Erwachsene mit ihrer Arbeit verbringen. Die Geräte sind zunehmend finanziell erschwinglich, sodass sie mittlerweile weit verbreitet sind. So haben Kinder zu jeder erdenklichen Tages- und Nachtzeit Zugang zu Spielen, Musik, Internet oder Emails.

 

 

Warum es zum Schlafmangel kommt

 

Frühere Studien fanden einen Zusammenhang zwischen der Existenz eines Fernsehers im Kinderzimmer und Fernsehschauen und einer reduzierten Schlafdauer bzw. späteren Bettgehzeiten. Dies kann verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel der Ersatz der Schlafzeit durch Fernsehen, geistige Stimulation oder die Unterbrechung des natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus durch die Bildschirmstrahlung.

 

In einer aktuelle Studie untersuchten Forscher nun den Zusammenhang zwischen kleinen Bildschirmen, TV-Geräten im Kinderzimmer und den berichteten Nutzungszeiten mit der Schlafdauer, wahrgenommener verminderter Erholung durch den Schlaf und gewöhnlicher Schlaf und Aufstehzeiten. Zugrunde liegt die Untersuchung von über 2.000 Kindern, die an der "Massachusetts Childhood Obesity Research Demonstration Study" teilgenommen hatten.

 

 

Nähe kleiner Bildschirme lässt schlecht schlafen

 

Die Kinder der vierten und siebten Klasse füllten Fragebögen aus, in denen sie Angaben zu normalen Bettgehzeiten und Austehzeiten machten. Sie gaben an, an wie vielen Tagen in der letzten Woche sie das Gefühl hatten, mehr Schlaf zu benötigen. Sie gaben auch an, ob sie nah an Geräten mit Bildschirmen oder am Fernseher schliefen.

 

Unabhängig vom Schlafen nahe einem TV-Gerät wiesen Kinder mit einer Nähe des Bettes zu kleinen Bildschirmgeräten 20,6 Minuten weniger Schlaf an Wochentagen auf als Kinder, die dies nie taten. Durchschnittlich verzögerte sich die Bettgehzeit um 37 Minuten. Das Schlafen in der Nähe zu einem kleinen Bildschirm erhöhte auch das Vorkommen von selbst berichtetem Schlafmangel. Dieser stieg mit jedem zusätzlichen Tag des Schlafens in der Nähe an.

 

Auch TV-Geräte, DVDs oder das Spielen von Videogames beeinflussten den Schlaf negativ.

Quelle: Dr. Julia Hofmann16.01.15Zum AnfangZurück

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