Jugend: Gesundheitsverhalten nur Mittelmaß

Das Gesundheitsverhalten der Kinder und Jugendlichen in Deutschland bewegt sich im europäischen Vergleich nur im Mittelfeld. Dies ergab der deutsche Teil der "Health Behaviour of School-aged-Children"-Studie. In der 1982 begonnenen Studie werden alle vier Jahre lang Daten zum Gesundheitsverhalten erhoben. Befragt wurden zuletzt 200.000 Schüler im Alter von elf, 14 und 16 Jahren aus 42 Ländern. 


Zusammenhang: Schwieriges soziales Umfeld – Gewichtsprobleme

In Deutschland sind Gesundheit und Gesundheitsverhalten in erheblichen Ausmaß von der sozialen Herkunft abhängig, heißt es im "Deutschen Ärzteblatt". Laut Soziologe Matthias Richter vom Institut für Medizinische Soziologie in Halle nehmen Kinder und Jugendliche mit 15 Jahren bei Übergewicht  im europäischen Vergleich Platz 16 von 42 ein. Mehr als ein Fünftel der Jungen und 13 Prozent der Mädchen haben demnach Übergewicht. Allerdings findet sich ein noch größerer Anteil an Jugendlichen, die sich selbst als zu dick empfinden. Übergewichtige Teenager stammen offenbar häufig aus sozial benachteiligten Umfeldern.


Psychosomatische Beschwerden bei Teens eher selten

Positiv hingegen wäre nach Aussagen Richters die Entwicklung, dass regelmäßiges Rauchen und Alkoholkonsum nicht verbreitet sind. Ein Manko dagegen besteht hinsichtlich Bewegung und Sport. Der allgemeinen Empfehlung von einer Stunde körperlicher Aktivität am Tag wird zu selten Rechnung getragen. Hier belegt Deutschland mit Platz 31 von 42 eher einen der hinteren Ränge. Selten leiden deutsche Teenager offenbar auch unter psychosomatischen Beschwerden. Die Jugendlichen hierzulande belegen im europäischen Vergleich nur Platz 3. Von psychosomatischen Beschwerden Betroffene kommen Richter zufolge allerdings auch häufiger aus einem schwachen sozialen Milieu. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann29.03.16Zum AnfangZurück

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