Smartphone stört Schlaf

Computer, Tablet und Smartphone sind aus dem Alltag kaum noch wegzudenken. Die Bildschirme emittieren aber Licht, das den Schlaf stören kann, zeigen Studien. Das blaue Licht ist dafür verantwortlich.


Künstliches Licht stört Schlafhormon

Ophthalmologen blockierten bei 17- bis 42-jährigen Studienteilnehmern mit Filtergläsern kurzwelliges blaues Licht, das von Bildschirmen ausgeht, während die diese ihrer täglichen abendlichen Routine nachgingen. Die Forscher untersuchten die Höhe des Hormons Melatonin, das für den Schlaf bedeutsam ist. Der Stoff signalisiert dem Körper, wann es Zeit ist, schlafen zu gehen. Eine verminderte Melatoninproduktion steht mit Schlafstörungen und Schlafmangel in Zusammenhang. Experten warnen schon länger vor dem von Bildschirmen ausgehenden künstlichen Licht, weil es den Schlaf stört.

Es zeigte sich, dass Filtergläser geeignet sind, die Probanden der Studie vor blauem Licht zu schützen. Mit den Gläsern ließ sich die Melatoninkonzentration am Abend um 58 Prozent steigern. Die Menge des gemessenen Melatonins mit Augenschutz war sogar höher als die, die mit Nahrungsergänzungsmitteln zu erreichen wäre, so die Wissenschaftler. 


Auch Filtergläser können vor blauem Licht schützen

Die Forscher empfehlen, sich vor dem von Bildschirmen ausgehenden Licht besonders abends zu schützen, um ungestört zu schlafen. Der Hauptteil des blauen Lichts, dem der Mensch augesetzt ist, geht ganz natürlich von der Sonne aus. Am Tag ist Wachheit auch erwünscht. Aber auch das von vielen technischen Geräten mit Leuchtdioden abgestrahlte Licht sorgt für Wachheit. Blaues Licht reguliert die innere Uhr und damit physiologische Prozesse und den Tag-Nacht-Rhythmus. Das künstliche Licht aktiviert Photorezeptoren, die die Melatoninproduktion unterdrücken, sodass es schwer ist, in den Schlaf zu finden.

Die Forscher empfehlen, insbesondere abends die Bildschirmzeit zu reduzieren oder Filtergläser zu benutzen, um den für den Schlaf wichtigen Anstieg von Melatonin nicht zu gefährden. Manche Geräte weisen auch einen einschaltbaren Nachtmodus auf, bei dem weniger künstliches Licht emittiert wird. 

Die Studie wurde im Fachjournal "Ophthalmic and Physiological Optics" veröffentlicht.

Quelle: Dr. Julia Hofmann21.08.17Zum AnfangZurück

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