Autismus: Risiko Geburtskomplikationen

Kinder, bei deren Geburt es zu Geburtskomplikationen gekommen ist, weisen möglicherweise ein erhöhtes Autismusrisiko auf, so Geburtsmediziner aus Kalifornien. Ursache könnte zum Beispiel Sauerstoffmangel oder eine Schwangerschaftsvergiftung sein.  


Geburtskomplikationen könnten Austismusrisiko um 44 Prozent erhöhen

Kommt es kurz vor oder während der Geburt zu Komplikationen, tragen die Kinder ein erhöhtes Risiko für eine autistische Störung. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler vom Kaiser Permanente Krankenhaus in Südkalifornien nach der Datenanalyse von fast 600.000 Kindern. Sie waren zwischen 1991 und 2009 geboren worden.

Von den 6.200 Kindern mit der Diagnose einer autistischen Störung hatte es bei 37 Prozent Geburtskomplikationen gegeben. Kinder mit Geburtskomplikationen wiesen demnach ein zehn Prozent erhöhtes Risiko auf, Autismus zu entwickeln. Sogar um 22 Prozent war das Risiko bei Kindern erhöht, bei denen es bereits vor Einsetzen der Wehen bei der Mutter zu Komplikationen gekommen war. Insgesamt ergab sich für Kinder, bei denen es unmittelbar vor und während der Geburt Schwierigkeiten gab, ein um 44 Prozent erhöhtes Autismusrisiko gegenüber Kindern, deren Geburt komplikationslos verlaufen war, heißt es im "Journal of Perinatology".

Sauerstoffmangel während der Geburt und die Schwangerschaftsvergiftung mit mütterlichem Bluthochdruck und Eiweißausscheidung im Urin konnten die Forscher mit einem erhöhten Austismusrisiko in Verbindung bringen. 


Jungen leiden häufiger unter Autismus

In der Gruppe der autistischen Störungen werden neurologische Entwicklungsstörungen zusammengefasst, bei denen eine gestörte soziale Interaktion, Kommunikationsprobleme und Verhaltensauffälligkeiten zum Tragen kommen. Etwa sechs bis sieben pro 1.000 Kinder sind von einer autistischen Störung betroffen. Autismus kommt bei Jungen häufiger vor als bei Mädchen.

Frühere Forschungsarbeiten der Wissenschaftler hatten ergaben, dass auch die jüngeren Geschwister von an Autismus erkrankten Kindern ein erhöhtes Risiko für eine Störung tragen. Auch einen Zusammenhang mit der Schwangerschaftsvergiftung konnten sie bereits zeigen. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann13.02.17Zum AnfangZurück

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