Erhöht Migräne das Herzrisiko?

Man könnte meinen, wer unter Migräne leidet, ist schon genug geplagt. In Studien fand man bereits heraus, dass Migräne das Schlaganfallrisiko steigert. Offenbar ist aber auch das Herz gefährdet.


Migräneaura: Sehstörungen, Verwirrung, Gleichgewichtsprobleme

Migräne ist ein schwerer und durchdringender Kopfschmerz. Zwei von drei erwachsenen Deutschen mussten zumindest zeitweise schon Erfahrungen mit den Schmerzen machen. Frauen sind drei- bis viermal häufiger betroffen als Männer. Warum das so ist, ist nicht vollständig geklärt. Zum Beispiel könnten Hormone eine Rolle spielen.

Viele Patienten mit Migräne erleben im Vorfeld des Schmerzanfalls eine sogenannte Aura. Dabei treten unterschiedliche Symptome auf, z. B. Gesichtsausfälle (Flimmerskotom), Verwirrung oder Probleme mit dem Gleichgewicht. Studien zeigten, dass besonders Migräne mit Aura mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko verbunden ist. Es ist bekannt, dass der Gefäßfunktion bei Migräne eine Bedeutung zukommt, doch ist unklar, wie dies mit dem Schlaganfall zusammenhängt.


Frauen mit Migräne tragen deutlich erhöhtes Herz- und Schlaganfallrisiko

Den Zusammenhang zwischen Migräne mit Aura und einem Herzrisiko zeigt eine aktuelle im "British Medical Journal" veröffentlichte Studie. Deutsche Forscher und Wissenschaftler aus den USA analysierten die Daten von mehr als 115.000 Frauen der großen Nurses Health Study II. Die 25 bis 42 Jahre alten Frauen waren zu Beginn der Studie herzgesund. Die Studiendauer betrug 22 Jahre.


Über 17.500 Frauen hatten bereits zu Studienbeginn Migräne, über 1.300 entwickelten im Verlauf der Studie eine Herzgefäßerkrankung und einen Herzinfarkt. 223 starben infolge des Herzereignisses.

Es zeigte sich, dass Frauen mit Migräne ein erhöhtes Risiko für Herzgefäßerkrankungen und damit auch dem Herzinfarkt aufweisen. Auch das Schlaganfallrisiko war erhöht. Frauen mit Migräne wiesen hinsichtlich beider Erkrankungen ein um 50 Prozent erhöhtes Risiko auf. 

In weiteren Untersuchungen soll nun festgestellt werden, ob sich der Zusammenhang auch bei Männern feststellen lässt und welche Rolle die Aura für Herzkreislauferkrankungen spielt.

Quelle: Dr. Julia Hofmann14.06.16Zum AnfangZurück

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