Elektrostimulation gegen Migräne

Mit einem kabellosen Pflaster könnte Migräne zukünftig durch Elektrostimulation behandelt werden, so Forscher. Behandlungen mit Medikamenten wären damit seltener nötig. 


Migräneanfälle: Medikamente können Nebenwirkungen aufweisen

Mit einem neu entwickelten Pflaster ist eine Elektrostimulation möglich, die Migräneschmerzen reduzieren kann. Mehr als 60 Prozent der so behandelten Migränepatienten profitierten in einer Studie von Forschern aus Haifa in Israel, die im Fachjournal "Neurology" veröffentlicht wurde. 

Bei Migräne kommt es zu anfallartigen starken Kopfschmerzen, häufig im Bereich einer Kopfseite. Zusätzlich leiden Patienten unter einer Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Übelkeit und Erbrechen. Die quälenden Kopfschmerzen können in sehr verschiedener Häufigkeit vorkommen und belasten Betroffene meist stark. 

In Deutschland leiden etwa 18 Millionen Menschen unter Migräne. Ziele der Behandlung sind die Vorbeugung von Anfällen sowie die Therapie von Schmerzen. Die hierbei zum Einsatz kommenden Medikamente wie nichtsteroidale Antirheumatika (Ibuprofen, Acetylsalicylsäure) und Triptane (zum Beispiel Sumatriptan, Rizatriptan) sowie Betablocker können Symptome lindern, sind aber auch mit potenziellen Nebenwirkungen verbunden.


Gerät zur Elektrostimulation ermöglicht Eigentherapie

Mithilfe des neu entwickelten elektrisch stimulierenden Pflasters und über das Smartphone zu bedienende Gerät hoffen die Wissenschaftler aus Israel nun auf eine nichtmedikamentöse alternative Behandlung von Migränekopfschmerzen. In ihrer Studie hatten 71 Patienten, die episodisch unter Migräne litten (zwei bis acht Attacken pro Monat), entweder die Elektrostimulationstherapie oder eine Scheinbehandlung erhalten. 

Den Studienergebnissen zufolge konnte die Elektrostimulation Schmerzen auch bei starker Migräne um fast 60 Prozent reduzieren. Schmerzen wurden demnach nur noch als leicht empfunden oder waren beseitigt. Die Behandlung wirkte offenbar am besten, wenn sie frühzeitig eingesetzt wurde und seit dem Migräneanfall nicht mehr als 20 Minuten vergangen waren. Aber auch bei einem späteren Behandlungsbeginn war noch eine 25-prozentige Schmerzlinderung nachweisbar.

Weitere Studien sollen die Ergebnisse bestätigen, so die Wissenschaftler. Die neue Therapie wäre nicht nebenwirkungsfrei, sondern könnte auch in verschiedenen Situationen wie auch am Arbeitsplatz eingesetzt werden. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann15.03.17Zum AnfangZurück

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