Diabetes? Frühstück besonders wichtig!

Viele Menschen lassen die wichtigste Mahlzeit am Tag, das Frühstück, einfach aus. Das steht mit verschiedenen Erkrankungen in Verbindung und besonders für Diabetiker sind die Folgen groß, denn ihr Blutzucker gerät so außer Rand und Band.

 

 

Ohne Frühstück entstehen hohe Blutzuckerspitzen nach dem Essen

 

Nicht zu frühstücken steht mit der epidemischen Zunahme von Übergewicht und Herzkreislauferkrankungen in Verbindung. Besonders schlecht ist die am Morgen ausfallende Mahlzeit aber für Patienten mit der Zuckerkrankheit des Typs 2 (Diabetes mellitus Typ 2), zeigt eine Studie von Forschern der Universität Tel Aviv. Das Fasten bis zum Mittag hat hohe Blutzuckerspiegel nach dem Essen zur Folge, was den Stoffwechsel den ganzen Tag lang schädigt.

 

In einer Studie, veröffentlicht in "Diabetes Care", verglichen die Forscher Blutzuckerspiegel und Stoffwechsel bei Gesunden und Diabetikern, wenn sie frühstückten und wenn sie die Mahlzeit ausfallen ließen. Dabei waren die Mahlzeiten für alle Teilnehmer standardisiert, sodass die Kalorienaufnahme gleich war.

 

Zwar hatten die Wissenschaftler bereits vermutet, dass das wegfallende Frühstück nicht gesund ist, doch waren sie von den Ergebnissen dennoch überrascht. Denn bei nicht frühstückenden Diabetikern war der Zuckerstoffwechsel hochgradig gestört, wenn das Frühstück ausgefallen war. Die Reaktionen ohne Frühstück waren durch Blutzuckerspitzenwerte gekennzeichnet, die mit einem Frühstück wesentlich geringer ausfielen. Nach dem Mittagessen zeigten sich ohne Frühstück Werte von 268 mg/dl (Milligramm pro Deziliter), nach dem Abendessen 289 mg/dl. Mit Frühstück betrugen die Werte mittags 192 mg/dl und 215 mg/dl.

 

 

Frühstück ist bei Diabetes Typ 2 unentbehrlich

 

Ursache der hohen Blutzuckerwerte bei morgendlichem Fasten sind die Zellen der Bauchspeicheldrüse, die Insulin produzieren. Das Hormon Insulin sorgt dafür, dass Zucker in die Körperzellen aufgenommen wird. Durch die lange Fastenzeit vergessen die Zellen, welche Aufgabe sie haben, so die Forscher. Nach der Nahrungsaufnahme brauchen sie Zeit, um sich zu erholen. Die Aufnahme von Zucker in die Zellen ist deshalb gering und der Blutzucker steigt in die Höhe. Zudem führt Fasten zu einem Anstieg der Fettsäuren im Blut, was die Effektivität des Insulins ebenfalls herabsetzt.

 

Die Wissenschaftler empfehlen Typ-2-Diabetikern dringend, zu frühstücken. Wie es sich bei Typ-1-Diabetikern verhält, wollen sie in einer weiteren Untersuchung prüfen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann11.08.15Zum AnfangZurück

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