Denkprobleme zeigen Risiko für Herz und Hirn

Einschränkungen in verschiedenen Bereichen des Denkens können ein Hinweis auf eine drohende Herzattacke oder einen Schlaganfall sein, zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung. Ursächlich sind Durchblutungsstörungen aufgrund veränderter Blutgefäße.

 

 

Denkfunktion bei Durchblutungsstörung beeinträchtigt

 

Die so genannte exekutive Funktion beschreibt Denkleistungen, die mit dem Planen, der Problemlösung und der Risikoabschätzung zu tun haben. Zeigen sich in diesen Bereichen Schwierigkeiten an, kann dies ein Hinweis auf Durchblutungsstörungen sein, die einen Herzinfarkt oder Schlaganfall nach sich ziehen können. Eine Studie von Benham Sabayan und Mitarbeitern der Leiden Universität in den Niederlanden lässt vermuten, dass die kognitive Funktion auf beide Erkrankungen hinweisen kann.

 

Die Risikofaktoren für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall sind hoher Blutdruck, hohe Cholesterinwerte im Blut, Übergewicht und Fettleibigkeit sowie das Rauchen. Den Forschern zufolge sollte eine Untersuchung der Hirnfunktion Teil einer Untersuchung zur Abschätzung des Herzkreislaufrisikos sein.

 

Zu diesem Ergebnis kamen die Wissenschaftler, nachdem sie Daten von fast 4.000 Studienteilnehmern in einem Durchschnittsalter von 75 Jahren untersucht hatten. Diese hatten noch keinen Herzinfarkt oder Schlaganfall hinter sich und auch keine Demenz entwickelt. Doch wiesen sie bereits eine Herzerkrankung auf oder mindestens drei Risikofaktoren für diese. Diese Risikofaktoren waren Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), hoher Blutdruck und Rauchen.

 

 

Schlechte Testleistung, hohes Erkrankungsrisiko

 

Eingangs nahmen die Teilnehmer an Tests zur Prüfung der exekutiven Denkfunktion teil. Je nach Abschneiden im Test wurden sie in drei Gruppen eingeteilt. Die weitere drei Jahre andauernde Beobachtung der Studienteilnehmer zeigte, dass jene, die im Test schlechter abgeschnitten hatten, ein 85 Prozent höheres Risiko für einen Herzinfarkt und ein 51 Prozent höheres Risiko für einen Schlaganfall trugen als Teilnehmer mit guter Denkleistung.

 

Tests zur Überprüfung des Denkens und Erinnerns sind eine Messung der Hirngesundheit, so die Studienautoren in der Fachzeitschrift "Neurology". Eine geringere Leistung in diesen Tests deute auf eine eingeschränkte Hirnfunktion hin. Dies kann ein Ausdruck der Durchblutungssituation im Gehirn sein. Ist die Funktion der Hirngefäße beeinträchtigt, ist das aber auch häufig ein Hinweis auf eine gestörte Gefäßfunktion in anderen Bereichen des Körpers, vornehmlich dem Herz.

Quelle: Dr. Julia Hofmann19.08.15Zum AnfangZurück

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